Willkommen beim Bienenretter Bildungs- & Ökologie-Projekt



Bildung für nachhaltige Entwicklung

Nachhaltigkeit lernen


Eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar für unsere biologische Artenvielfalt und damit letzten Endes für unser Überleben. Das Bienensterben ist ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt und unserer Gesellschaft.

Bienen Biologische Vielfalt in der Stadt

Lass es aufblühen!


Auch in diesem Jahr läuft unsere Kampagne für mehr Blütenvielfalt in unseren Städten. Aus den Erfahrungen des Bienenretter Projekts haben wir Tipps erstellt, wie Du Bienen auf deinem Balkon oder Garten helfen kannst.

Bienenpatenschaft Bienen schützen

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Sinnvolles schenken: Mit einer Patenschaft unterstützt Du die Arbeit von Bienenretter. Mit Deinem Beitrag förderst Du aktiv Schutz und Pflege von Bienen, die Schaffung von Lebensräumen sowie die Bildungsarbeit.


Bienenretter Bienenerlebnisgarten Lernort Bildung für nachhaltige Entwicklung Frankfurt

Unser Lernort


Bei uns brummt es lauter als zuvor – denn aktuell wird unser BienenErlebnisGarten umgebaut. Hier bieten wir Kita-Gruppen und Schulklassen Workshops zum Thema Nachhaltigkeit an. Der Lernort ist bis auf Weiteres geschlossen.
Wildbienen Schutz

Wildbienenschutz


Die Bedeutung der Wildbienen als Bestäuber wurde lange für die Biolgische Vielfalt unterschätzt. Sie arbeiten häufig effizienter als Honigbienen. Vom 'Bienen-sterben' sind sie stark betroffen. Einige Arten sind für immer verschwunden.

Weltbienentagsaktion

Weltbienentag 20. Mai


Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai als Weltbienentag ausgerufen, um an die Bedeutung von Bienen für Biodiversität und Ernährung für die Menschheit zu erinnern. Zum Aktionstag haben wir eine Webseite weltbienentag.de gestartet.


Hilf den Bienen


Jeder kann etwas tun, damit es Bienen und anderen Insekten bald wieder besser geht. Hier haben wir einige einfache Tipps zusammengestellt, die jeder leicht in seinem Alltag umsetzen kann. Finde jetzt deinen Einsatzort als Bienenretter.

Schule Herbstaktion


Im Rahmen unserer Aktionen bieten wir Kitas und Schulen Mitmachmaterialien. Die altersgerechten Sets lassen sich frei in eigene Lerneinheiten oder den Unterricht einbauen. So wird Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis greifbar.

Bienenretter Spenden

Spenden


Mit Deiner Unterstützung hilfst Du bei unserer Bienenretter-Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung und Maßnahmen für Wild- und Honigbienen. Lass uns gemeinsam nachhaltiges Handeln gestalten!



Was Du jetzt tun kannst, damit dein Garten bienenfreundlich wird

Gartenfreunde aufgepasst – jetzt ist es an der Zeit, dein buntes Paradies auf den kalten Winter vorzubereiten. So gelingt es möglichst bienenfreundlich: Einfach mal nichts machen.

Pflanzen und Blütenstände im Winter
Blütenstände im Winter - reizvoll und bienenfreundlich

Mit den ersten fallenden Herbstblättern stehen viele Gartenbesitzer*innen vor der Frage, wie sie ihren Garten insektenfreundlich auf den Winter vorbereiten. Wenn die Blumen verblüht sind, sollte man jedoch dem Impuls widerstehen einfach alles zurückzuschneiden. „In den Stängeln überwintern viele Solitärbienenarten als Biene oder als Bienenpuppe im Kokon. Entsorgt man die Stängel, entsorgt man auch die Wildbienen.“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter. Beliebt sind markhaltige und hole Stängel sowie Ranken wie Königskerze, Beifuß oder Heckenrosen. „Durch die monotonen Rasen- und Steingärten fehlt es den Wildbienen oft an Nistmöglichkeiten.“, betont Bourgeois. Nicht ohne Grund stehen 300 von 560 heimischen Wildbienenarten auf der Roten Liste. Alte Blütenbestände sollten deshalb über den Winter stehen gelassen und erst im Frühjahr abgeschnitten werden.


Was wäre eine Winterwunderlandschaft ohne ein paar verschneite Pflanzenstängel? Wer sich das nicht für den kompletten Garten vorstellen kann, könnte den Kompromiss eines „wilden“ Streifens versuchen. Auch der summende Nachwuchs freut sich über eine vielseitige „wilde“ Ecke: manche Wildbienenarten legen ihre Eier gerne in hohle Pflanzenstängel, andere nisten sich lieber in Sand- und Steinhaufen oder Totholz ein. Wer keinen eigenen Garten für natürliche Nistplätze hat, der kann auch mit wenigen Handgriffen Nisthilfen selbst bauen. Um den ausgehungerten Insekten nach der langen Winterpause ein ordentliches Festmahl zu bieten, können bis in den frostfreien November noch Frühblüher gesetzt werden.

 

Text: Elisa Kautzky

 

Hier findet ihr alle Infos zu Frühblühern:

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Frühblüher-Herbstaktion gestartet

Mit den Frühblüher-Mitmachsets für die 2.-5.Klasse startet die Herbstaktion der Bienenretter. Kinder entdecken, wie wichtig Frühblüher für Honigbienen und Hummeln sind und welche Bedeutung die pelzigen Tierchen für die Biologische Vielfalt haben. Dabei können sie selbst Krokusse als Pollen- und Nektarquelle pflanzen.

Es ist wieder so weit: Die Bienenretter Herbstaktion hat begonnen. Ab sofort können Schulklassen die kostenlosen Mitmachsets zum Thema Frühblüher bestellen. „Jetzt im Herbst ist es an der Zeit, Frühblüher für Bienen zu pflanzen“, betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter. In diesem Jahr richtet sich die Aktion vornehmlich an die Schulklassen 2 bis 5. "Es lohnt sich, bereits im Grundschulalter mit Bildung für nachhaltige Entwicklung anzufangen“, so Bourgeois. Das „Pflanzset Frühblüher“ ist für 26 Kinder ausgelegt und vermittelt Wissen rund um Bienen und Bestäubung - und das auf spielerische Weise.

Welche Wildbienenarten gibt es? Wie vermehren sich Krokusse? Und warum sind Krokusse wichtig für Wildbienen? Diese Fragen werden im Mitmachheft „Die Biene Sabine und die Frühblüher“ beantwortet. Im Unterricht dienen die Hefte zur Förderung des Leseverständnisses und werden mit Rätseln, Bildern und einem Experiment aufgelockert. Nach dem Bienen-Unterricht können die Kinder ihr Wissen überprüfen: „Die Bienenretter-Mitmachhefte sind mit dem digitalen Quiz: ‚Bist du ein Bienen-Checker?‘ verknüpft“, erklärt Bourgeois. Dieses Bienen-Quiz kann mit einer kostenlosen medienpädagogischen App auf dem Smartphone oder dem Tablet in Begleitung der Eltern oder Lehrer*innen genutzt werden. „So bleibt das Erlernte auch nachhaltig im Gedächtnis“, betont der Bienenretter.


Der zweite Teil des Sets lockt die Kinder an die frische Luft: dort können die kleinen Bienenretter selbst aktiv werden und Frühblüher in die Erde setzen. Worauf die Klasse dabei achten muss, erklärt eine Pflanzanleitung. Das Aktionsschild „Wir helfen Bienen“ macht die bepflanzte Stelle sichtbar. „Dadurch haben die kleinen Bienenretter jeden Tag das Ergebnis ihres Engagements vor Augen. Gleichzeitig können sie den im Mitmachheft erläuterten Prozess des Pflanzenwachstums beobachten und sich in Geduld üben“, erklärt Bourgeois. Im Frühjahr kann die Klasse gemeinsam die bunte Vielfalt der Frühlingsboten bewundern. „Und hoffentlich auch ein paar Bienchen, die nach einem kalten Winter nach Nektar und Pollen suchen“, betont Bourgeois.

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Die Gehörnte Mauerbiene – Ein pelziger Frühlingsbote

Im Frühjahr ist diese Wildbiene als eine der ersten Arten unterwegs, um Nektar und Pollen zu suchen. Die Gehörnte Mauerbiene wird im Vergleich zu anderen Mauerbienen bis zu 15 Millimeter groß. Ihr Körper ist schwarz mit rostrotem Pelz. Doch hat sie tatsächlich Hörner, wie es ihr Name verspricht?

Gehörnte Mauerbiene auf Berberitze

Wenn im Frühjahr die ersten Krokusse vorsichtig die Köpfchen aus der Erde strecken und die Temperaturen auf etwa 10°C steigen, ist es für die Gehörnte Mauerbiene an der Zeit, sich auf Nahrungssuche zu begeben. Die ersten Männchen sind bereits im Februar unterwegs, die Weibchen folgen im März – auch wenn es nass und kalt ist. „Damit ist die Gehörnte Mauerbiene eine der ersten Wildbienen, die im Frühjahr unterwegs ist“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Auf ihrer Speisekarte stehen pollen- und nektarrreiche Frühlingsboten wie Krokusse, Sternhyazinthen oder Blausternchen.


Die „Osmia cornuta“ zählt zu den Solitärbienen. Im Süden Deutschlands kommt die Gehörnte Mauerbiene häufiger vor als in Norddeutschland und lebt in Waldrändern, Parks oder Gärten. „Am Blausternchen lässt sie sich gut beobachten“, so Bourgeois. Aber auch Nektar und Pollen von Weiden, Ahorn oder Obstbäumen schmecken ihr. Die Bienchen werden 10-15 Millimeter groß und zählen damit zu den größeren Mauerbienen. Ihr Körper ist schwarz, der Hinterleib hat einen rostrot bis orangenen Pelz. „Die Weibchen haben zwei kleine, gebogene Hörnchen zwischen den Fühlern, die Männchen eine weiße Gesichtsbehaarung“, erklärt Bourgeois. Dennoch sind die Weibchen alles andere als gefährlich – nur im Notfall wehren sie sich.

Bis Mai entwickelt die Gehörnten Mauerbienen einen unstillbaren Hunger auf Pollen und Nektar für sich und ihre Bruthöhlen, danach werden die Eier abgelegt: Vorzugsweise in Hohlräumen wie Mauerritzen, Lehm- und Steinwänden oder Totholz. „Menschengemachte Nisthilfen werden von dieser Art ebenfalls gut angenommen“, ergänzt Bourgeois. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit ist diese Wildbiene in Deutschland nicht gefährdet. „Aber wir müssen ja nicht erst darauf warten, dass die Gehörnte Mauerbiene auf der Roten Liste steht, bevor wir sie mit Nahrungs- und Nisthilfen unterstützen“, betont Bourgeois. Wie viele Insekten ist die Gehörnte Mauerbiene im Frühjahr auf Krokus & Co. angewiesen. „Jetzt im Herbst können wir Frühblüher pflanzen“, so der Bienenretter. Bis Dezember in die Erde gesetzt, blühen sie bereits im Februar. 

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Pflanze des Monats: Sonnenblume - eine blühende Freude

Leuchtend gelbe Felder verkünden den Übergang von Sommer zu Herbst. Während andere Nahrungsquellen langsam versiegen, dienen die Sonnenblumen den Bestäubern als wichtige Pollen- und Nektarquelle. Doch Achtung vor vielen Züchtungen – diese enthalten oft kaum Bienenfutter.

Diese Pflanze ist ein wahrer Sonnenschein: mit ihren strahlend gelben Blättern lockt die Sonnenblume zahlreiche Bienen an. Bis zu 4.000 kleine Röhren- und Zungenblüten kann eine Sonnenblume haben – kein Wunder also, dass diese Pflanze bei den Bestäubern so beliebt ist. „In ihrer Blütezeit sind die Blüten der Sonnenblume stets der Sonne zugewandt“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter. Der Pflanzenname „Helianthos“ leitet sich aus dem griechischen „helios“ für Sonne und „anthos“ für Blume oder Blüte ab. Heimisch in Mittelamerika wurde die Pflanze bereits um 1500 in die weite Welt gebracht. Die Nutzpflanze findet sowohl Verwendung in der Nahrungsmittelproduktion als auch in der Medizin. „Sogar als Farbstoff wird diese Pflanze genutzt“, ergänzt Bourgeois.

Biene voller Pollen auf Sonnenblume

Außerdem ist sie ein natürlicher Entgifter: kontaminierte Böden befreit die Sonnenblume von Schwermetallen wie Blei, Arsen oder Uran. Auch bei Umweltkatastrophen wie in Tschernobyl wurden die gelben Helden zur Reinigung radioaktiver Fläche verwendet, da sie Teile des radioaktiven Strontiums und Caesiums absorbieren. Vor allem Insekten freuen sich an der gelben Pflanze, weil sie zum Spätsommer noch Nahrung bietet. „Sonnenblumen haben eine lange Blühzeit, bevor die Kerne reifen“, betont Bourgeois. Doch seit ein paar Jahren bietet der Handel fast ausschließlich Sonnenblumen ohne Pollen an. „Damit sich die Tischdecke nicht verfärbt, wurden pollenfreie Modeblumen gezüchtet“, so Bourgeois.

Sonnenblume, Insekten

 Für die hungrigen Bienen ist das fatal – denn die suchen auch an diesen Züchtungen nach Pollen. „Und wundern sich, wenn sie keinen finden“, betont der Bienenretter. Wenn du den Bienen helfen willst, pflanze am besten alte Sonnenblumen-Sorten an. Diese farbenfrohen Blumen schmecken nicht nur den Bienen, sondern verschönern auch dein Zuhause. Im Winter stehen gelassen, erfreuen sich Vögel und andere Tiere an den reichlichen Kernen. Der hohe Stängel wächst je nach Art bis mehrere Meter hoch, also lass ihr ausreichend Platz zum Wachsen. „Doch auch bei Platzmangel im Garten oder Balkon kann eine einzelne Sonnenblume viel bewirken“, betont Bourgeois. Einmal eingepflanzt, freuen sich die Sonnenblumen über einen nährstoffreichen und durchlässigen Boden, mäßig Wasser und natürlich: ganz viel Sonne!


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Die Blauschwarze Holzbiene - ein auffälliger Bestäuber

Ein warmes Plätzchen, ausreichend Blüten und morsches Totholz – damit erfreut man eine Blauschwarze Holzbiene. Die Solitärbiene sticht durch ihr auffälliges Aussehen besonders hervor. So unterscheidest du sie von anderen Wildbienen.

Mit ihrem großen Körper und dem lauten Brummen könnte man die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) fast für eine Hummel halten – wäre da nicht der blauschwarze Körper mit den schimmernden Flügeln. „Diese auffällige Wildbiene lässt sich gut bei der Bestäubung beobachten“, so Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Der dunkle Körper hebt sich gut von hellen Blüten ab. Zudem ist die Blauschwarze Holzbiene mit ihren 20 bis 28 Millimetern Körperlänge die größte heimische Bienenart. „Sie wird auch Große Holzbiene genannt“, erklärt Bourgeois. Dadurch lasse sie sich gut von anderen Wildbienen unterscheiden. Bei der Nahrungssuche ist diese Solitärbiene nicht wählerisch: sie sammelt Pollen und Nektar von ganz verschiedenen Pflanzen. „Die Blauschwarze Holzbiene bevorzugt Schmetterlingsblütler wie den Blauregen“, erzählt Bourgeois. 


Aber auch Korb- und Lippenblütler schmecken ihr. Mit ihrer langen Zunge und der Kraft ihres Rüssels kommt sie dabei auch an tief gelegenen Nektar – eine fleißige Bestäuberin. Mit monotonen Ackerflächen kann diese Wildbiene nichts anfangen. „Sie braucht Holz zum Nisten und eine große Blütenvielfalt als Nahrungsquelle in ihrem Umfeld, da sie eine Vielzahl an Blüten besucht“, erklärt Bourgeois. Die Blauschwarze Holzbiene mag es sonnig warm – deshalb kommt vor allem in Süd- und Mitteleuropa vor. In Deutschland ist sie vor allem auf freien und strukturreichen Flächen wie Streuobstwiesen oder in lichten Wäldern zu finden. „Aber auch in naturnahen Gärten und Parks fühlt sie sich wohl“, betont der Bienenretter.

Hat sie ein geeignetes Plätzchen gefunden, bleibt sie auch dort. „Diese Biene ist sehr standorttreu“, erklärt er. Für den Winter suchen sich die Männchen und Weibchen oberirdische Hohlräume, in denen sie zusammen überwintern. Die Weibchen nisten in festem Totholz, Hohlräumen von Lehmwänden oder Mauerspalten. „Mit einem Haufen totem oder morschen Holz kann man dieser Biene einen großen Gefallen tun“, betont Bourgeois. Dort nagen sie für ihren Nachwuchs einen eigenen Hohlraum hinein - bis zu 30 Zentimeter tief! Sobald die Larven schlüpfen, können sich diese aus dem Holz heraus fressen. Und der Kreislauf beginnt von vorne.

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Der Spätsommer verspätet sich

Sonnige Tage, kühle Nächte: Die Jahreszeit des Spätsommers markiert den Übergang von Sommer zu Herbst. In diesem Jahr hat der Spätsommer laut phänologischen Kalender des Deutschen Wetterdienstes (DWD) reichlich später begonnen, als erwartet.

Der Spätsommer ist die Jahreszeit im phänologischen Kalender, in der frühe Obstsorten reifen. Eine Zeit der Blütenfülle und Reife - ein Paradies für unsere Bestäuber. Die Blaue Holzbiene wird in dieser Jahreszeit besonders oft gesichtet. „Im Spätsommer können Bienen und Hummeln nochmal ihre Reserven auftanken, bevor der Winter kommt, wenn es in unseren Gärten dann blüht“, betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.

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Neuer Trend Wildbienen-Kokons? – Die böse Überraschung kommt per Post

Im Internet stößt man öfters auf sogenannte „Wildbienen-Kokons“ oder “Zuchtpakete mit Kokons”. Es wird oft der Eindruck vermittelt damit etwas „Gutes“ für Natur und Bestäuber zu tun. Oft werden Kokons in Form von Gutscheinen zum Kauf angeboten. Dabei fordert man die Wildbienen-Kokons im Herbst per Post an, damit sie im Frühjahr bei den Käufern schlüpfen sollen. Viele Nachrichten erreichen die Bienenretter mit der Frage, was davon zu halten ist.

Mit Sprüchen wie „Werde zum Wildbienenzüchter“ werben Internet-Anbieter für die kleinen „Schlupfboxen“ mit Wildbienenlarven: 10 Kokons der Roten Mauerbiene werden beispielsweise ab 10 Euro feilgeboten. „Manche Nisthilfen-Hersteller bieten diesen ‚Service‘ direkt beim Kauf eines Wildbienenhotels mit an“, sagt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter. In den Medien präsentieren sich gerne auch Unternehmen mit einem “grünen Herz” mit derartigen Wildbienenzuchten. “Wir haben uns einige Angebote genauer angeschaut. Es klingt ja auch erstmal einfach und sehr verlockend“, so Bourgeois. Ein Klick, und die Wildbienen kommen zu einem nach Hause.


Woher stammen die Wildbienen-Kokons?

Ursprünglich wurde das System “Wildbienen-Kokons per Paket” für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt. „Viele Obstbauern haben über den Winter solche Mauerbienen-Kokons im Kühlschrank liegen, die sie kurz vor der Obstblüte herausholen“, erläutert Stefan Brenzinger. Der gelernte Tischler und Bauingenieur setzt sich im Rahmen der AKTIONGRUEN in Köln für Wildbienen und Insekten ein. Durch den Einsatz von gezüchteten Wildbienen können Landwirt*innen Bestäubungsverluste durch klimatische Schwankungen ausgleichen und den optimalen Bestäubungszeitpunkt zwischen Bienenschlupf und Blüte besser managen. „Im Februar dieses Jahres war es so warm, dass die meisten Mauerbienen schon geschlüpft waren, obwohl bei vielen Bäumen noch gar keine Obstblüte in Sicht war“, erzählt Brenzinger. Die Mauerbienen mussten dann andere Blüten finden. „Obstbäume wurden so nur zum Teil bestäubt“, ergänzt Brenzinger.

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Pflanze des Monats: Acker-Veilchen - treuer Bienenbegleiter

Wildes Stiefmütterchen oder Acker-Veilchen – das zarte Pflänzchen aus der Familie der Veilchen hat viele Namen. Von Mai bis in den September lockt die krautige Pflanze Bienchen und Hummeln mit ihrem Nektar an.

Inmitten von leuchtend rotem Mohn und strahlend blauen Kornblumen ist das zarte Acker-Veilchen mit seinen weißen und hellgelben Blüten eher unscheinbar. Doch keine Sorge - die Insekten finden problemlos zu dieser Nektarquelle. Die Blüte besteht aus fünf ungleichen Kronblättern: zwei weiße nach oben gerichtet, zwei seitliche gelbe und ein größeres dunkelgelbes, das nach unten gerichtet ist. „Das untere Kronblatt, die ‚Stiefmutter‘, hat eine dunkle Kerbung in Richtung Blütenkrone, die den Bestäubern als Orientierungshilfe dient“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Ab Mai blühen die duftenden Veilchen und locken bis zum Spätsommer allerlei Insekten an.


Das Acker-Veilchen (Viola arvensis) zählt zu der Familie der Veilchengewächse und ist europaweit und fast in ganz Deutschland verbreitet. Das lateinische „viola“ steht für das Veilchen, „arvensis“ für den Standort Acker. Zudem kursieren einige Geschichten über die Herkunft des Namens. So sollen die verschieden ausgerichteten Kronblätter beispielsweise an Treue und Neid innerhalb einer Familie erinnern: oben sitzen die Stieftöchter, seitlich die Töchter und unten die Stiefmutter. „Das Acker-Veilchen wird auch Wildes Stiefmütterchen genannt“, so Bourgeois. Auch als Heilpflanze ist das Veilchen bekannt – so soll es gegen Husten und Schleim bei Erkältungen helfen.

Im Gegensatz zu anderen Veilchen ist diese Unterart einjährig sommergrün und wächst meist nur bis zu 20 Zentimeter hoch. Die Kulturpflanze bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffgesättigte und basische Böden, wie es bei Ackerflächen der Fall ist. Doch das Kraut wächst auch an anderen Standorten. „Das Acker-Veilchen braucht vor allem Sonne und kommt deshalb auch an trockenen Stellen wie Böschungen oder brach liegenden Flächen vor“, so Bourgeois.

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Auszeichnung für Bienenautomaten

Das bundesweite Projekt der Bienenfutterautomaten wurde mit dem Preis "Projekt Nachhaltigkeit" des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. Darunter zählen Projekte, die sich in besonderer Weise für eine Nachhaltige Entwicklung engagieren. 

Bienenfutter aus dem Automaten - mit seiner Erfindung erfreut Sebastian Everding Bienen und Menschen. An über 120 Standorten  können Bienenfans für 50 Cent eine Saatgutkapsel der Bienenretter Manufaktur aus den ehemaligen Kaugummiautomaten ziehen. "So können wir blühende Inseln für Insekten in unseren Städten und Dörfern schaffen", betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Jeder umgebaute Automat und jede befüllte Saatgutkapsel ist Handarbeit. Doch die Mühe lohnt sich. So wurde das Projekt der Bienenautomaten jetzt mit dem Preis "Projekt Nachhaltigkeit" des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung! Herzlichen Glückwunsch an unseren Kooperationspartner Sebastian Everding", betont Bourgeois.

Bienenautomat
Die gelben Bienenautomaten sind ein echter Hingucker. Die leeren Plastikkapseln kommen in den Rückgabekasten, um wiederverwendet werden zu können.

Mit diesem Preis haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) insgesamt 40 Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet. Das "Projekt Nachhaltigkeit" zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen in Deutschland und fördert Unternehmen, Initiativen und Projekte, die sich mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen befassen.  Seit einigen Jahren hat sich diese Auszeichnung als "Qualitätssiegel" etabliert, das den ausgezeichneten Projekten mehr Reichweite sowie die Eingliederung in ein bundesweites Netzwerk bietet.

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Trend Insektenhotels im Garten: Eine vergebene Mühe?

Künstliche Insektenhotels gegen das Artensterben sind in vielen Gärten ein neuer Trend geworden. Denn seit der Mensch in die Natur eingreift, fehlen natürliche Rückzugs-, Überwinterungs- und Nistorte für Tiere und Insekten. Mit Tannenzapfen und Holzröhrchen versprechen Insektenhotels aus dem Handel Insekten anzulocken. Doch die Sechsfüßler suchen gar nicht danach.

Stefan Brenzinger, Beobachtungskasten
Stefan Brenzinger mit einem Beobachtungskasten für Insekten. Foto: Roland Breitschuh

Insektenhotels erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei Gartenbesitzer*innen – die kleinen Häuschen aus Holz stehen mittlerweile nicht nur in privaten Gärten, sondern auch in Parks und auf öffentlichen Plätzen. Wer keines selbst bauen will, muss nur einen Blick in den Baumarkt werfen: Dort gibt es die sogenannten „Insektenhotels" in verschiedenen Größen und Farben für „Balkon, Garten und Terrasse", gefüllt mit angebohrtem Holz, verschiedenen Röhrchen, Hohlräumen, Tannenzapfen, Holzwolle oder Lochsteinen. Marienkäfer, Schmetterlinge und Bienen, die in Richtung "Hotel" fliegen, sind oftmals auf der Verpackung zu sehen. „Das wird so aber nicht passieren", sagt Stefan Brenzinger. Der gelernte Tischler und Bauingenieur ist seit 2018 nebenberuflich im Rahmen der AKTIONGRUEN für Wildbienen und Insekten im Einsatz. „Das Thema Artensterben und die Bereitschaft von Naturfreunden etwas dagegen zu tun, wird von industriellen Herstellern und vom Handel ausgenutzt", ärgert sich Brenzinger. Die künstlichen Nisthilfen aus dem Baumarkt, Discounter und Co. suggerieren, dass man damit etwas Gutes für die Natur und Insekten tut. „Mitunter sogar, dass sie das Insektensterben aufhalten könnten – dem ist aber nicht so!", betont er.

Bringen Insektenhotels etwas?

Oft sind viele Verbraucher schon kurze Zeit nach dem Kauf der bunten Kästchen enttäuscht, weil keine Insekten einziehen. Diese suchen nicht nach dieser künstlichen Anhäufung von Materialien. „Es wäre ein reiner Zufall, wenn sich doch mal eine Florfliege oder gar ein Schmetterling an einem Insektenhotel aufhält. Höchstens ein Ohrenkneifer würde dort einziehen", so Brenzinger. In ihrer natürlichen Umgebung – also auf Wildwiesen, in Gebüschen, heimischen Hecken oder Totholzhaufen – fühlen sich Insekten am wohlsten. „Die Tannenzapfen und Holzreste im Insektenhotel liegen hinter Gittern. Ein Marienkäfer würde nie auf die Idee kommen, da freiwillig einzuziehen", betont Brenzinger. 


Schmetterlingen bringt ein Insektenhotel in ihrem Lebenszyklus beispielsweise herzlich wenig: So suchen die Falter im Frühjahr lieber nach blühenden Trachtpflanzen wie der Schlehe. Die heimische Pflanze dient zur Eiablage und als Nahrungslieferant für die Raupen. „Nur wenige Schmetterlingsarten überwintern überhaupt, andere wandern Richtung Süden", erklärt Brenzinger. Diejenigen, die überwintern, haben einen eigenen Frostschutz, „benötigen also keinen geschützten Raum. Sie hängen sich in der Natur einfach unter einen Ast an die Rinde oder in eine Baumhöhle und verfallen da in den Winterschlaf", so Brenzinger. „Ein winziger Hohlraum mit Schlitz in einem Insektenhotel bietet keinen angemessenen Rückzugsort", so Brenzinger. Stattdessen bräuchte es mehr heimische Sträucher und Pflanzen, die Nektar und Nistplatz zugleich sind.

Insektenhotel
Insektenhotel umgeben von blühenden Pflanzen.

Wie hilft man den Insekten?

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Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene: eine Baumeisterin

Diese Wildbiene gibt sich für ihre Nester besondere Mühe: die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene sucht für ihre Eier nach leeren Schneckenhäusern, die sie geschickt tarnt. Sie ist eine wahre Baumeisterin.

Leeres Schneckenhaus
Ein leeres Schneckenhaus zwischen Blätter und Pflanzenresten. Vielleicht zieht dort bald eine Schneckenhaus-Mauerbiene ein?

Gut getarnt unter Blättern und Moos schlummert das Nest der zweifarbigen Schneckenhaus-Mauerbiene: ein leeres Schneckenhaus, gefüllt mit Eiern. „Obwohl früher noch häufig verbreitet, ist die Biene mittlerweile selten geworden. Nicht zuletzt dank der intensiven Pflege von Gärten und Grünanlagen“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Beim Nisten geht die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene akribisch vor. Die Eier werden mit Zwischenwänden abgegrenzt und mit einem Vorrat aus Pollen und Nektar versorgt. „Anschließend wird das Nest mit Erde, Sand und Steinen stabilisiert“, ergänzt Bourgeois. Zum Schluss wird das spiralförmige Gehäuse verkleistert und der Zugang verklebt - mit einem selbst hergestellten Mörtel aus Pflanzenfasern und Speichel - bevor es sorgsam getarnt wird, „damit keine Fressfeinde an die Eier kommen“, betont Bourgeois.


Doch warum ausgerechnet leere Schneckenhäuser? „Schneckenhäuser sind ideale Nistplätze, da sie stabil und wetterfest sind“, erklärt Bourgeois. Meistens findet die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene die leeren Häuser in der Nähe von Trachtpflanzen. „Schnecken kommen mit Schneckenhaus auf die Welt. Wenn eine Schnecke stirbt, bleibt das leere Haus zurück“, erklärt der Initiator der Bienenretter. Somit „recycelt“ diese Mauerbienenart das Gehäuse. Nachdem die Larven im Nest geschlüpft sind, überwintern sie im Schneckenhaus. Wenn die Kinder aus dem „Haus“ sind, bleibt das Schneckenhaus als Rückzugsort. Die Weibchen werden bis zu 10 Millimeter groß, die Drohnen etwas kleiner. „Man erkennt die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene an der farbigen Aufteilung ihres Körpers: das vordere Körperteil ist schwarz, der Hinterleib rostbraun. Auch die Beinchen haben zwei Farben“, erzählt Bourgeois.

Diese Wildbiene ist zudem eine der ersten, die im März zu beobachten sind. Während andere Wildbienenarten im Frühjahr noch auf Paarungssuche sind, hat die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene bereits ihre aufwendigen Nester gebaut. „Diese werden durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt“, so Bourgeois. Meist unbeabsichtigt und oft ohne es zu bemerken zerstören überfleißige Gärtnerinnen und Gärtner die Nester. "Daher empfehlen wir wilde Ecken in Gärten und Parks als Rückzugsraum zu lassen", betont Bourgeois. Die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene ist normalerweise an Waldrändern und Böschungen unterwegs, aber auch in Parks, auf Trockenrasen oder brach liegenden Flächen kannst du sie beobachten. „Sogar in 2.000 Meter Höhe kommt diese Art vor“, so Bourgeois. Doch die intensive Landwirtschaft sowie die vermehrten Steingärten in unseren Städten erschwert es ihr, ruhige Nistplätze und ausreichend Nahrung zu finden. „Wir können sie unterstützen, indem wir leere Schneckenhäuser in der Natur belassen oder auslegen, einige Ecken im Garten unaufgeräumt lassen und nektarreiche Pflanzen säen“, betont Bourgeois.

Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene
Der Oberkörper ist schwarz, der Unterleib rostbraun: Die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene. Foto: CC-BY 3.0 von František ŠARŽÍK

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Der Mythos des Wildbienenhotels

Während es Honigbienen beim Imker vergleichsweise gut geht, fehlt es den Wildbienen vielerorts an Nistplätzen. Der Einfluss des Menschen auf die Natur spielt dabei eine große Rolle. Dennoch wollen sich viele Bienenfreunde für die Bestäuber einsetzen und Nistplätze schaffen. Wir verraten dir, wie du eine artgerechte Nisthilfe schaffst  – ohne den Insekten zu schaden.

Ein Blick in die Natur zeigt uns, wo Wildbienen normalerweise nisten: Von Käfern durchbohrtes Totholz, abgestorbene Pflanzenstängel, offene Sandflächen, Abbruchkanten von Lehmböschungen. Der Eingriff des Menschen in die Natur hat vielen Wildbienen den natürlichen Lebensraum genommen – statt Totholz und Wildblumenwiesen finden die Bestäuber vielerorts versiegelte Flächen, Monokulturen in der Landwirtschaft und Steingärten in unseren Städten vor.

„Langsam realisiert der Mensch das große Artensterben als Folge seiner Eingriffe. Also beginnt er mit der Aufstellung von Nistkästen, um das Zerstörte wieder Herzurichten“, sagt Stefan Brenzinger. Der gelernte Tischler und Bauingenieur ist seit 2018 nebenberuflich im Rahmen der AKTIONGRUEN für Wildbienen im Einsatz. Nachgebaute Nist- und Rückzugsorte für Wildbienen könnten niemals die freie Natur ersetzen. „Es ist wichtig, die wenigen Naturreservate und natürlichen Strukturen in unserer Welt zu schützen, statt sie zu zerstören und neu aufzubauen“, betont Brenzinger. Am liebsten wäre es ihm, wenn es genügend natürliche Nistplätze gäbe, sodass seine Arbeit Nisthilfen zu bauen ‚überflüssig‘ wäre.

Wie schafft man Nistplätze für Wildbienen?

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