Willkommen beim Bienenretter Bildungs- & Ökologie-Projekt


+++ Sommerpause +++ Wir machen bis 1. September Sommerpause und sind dann wieder für Euch da. +++ Sommerpause +++


Bildung für nachhaltige Entwicklung

Nachhaltigkeit lernen


Eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar für unsere biologische Artenvielfalt und damit letzten Endes für unser Überleben. Das Bienensterben ist ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt und unserer Gesellschaft.

Bienen Biologische Vielfalt in der Stadt

Lass es aufblühen!


Auch in diesem Jahr läuft unsere Kampagne für mehr Blütenvielfalt in unseren Städten. Aus den Erfahrungen des Bienenretter Projekts haben wir Tipps erstellt, wie Du Bienen auf deinem Balkon oder Garten helfen kannst.

Bienenpatenschaft Bienen schützen

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Bienenretter Bienenerlebnisgarten Lernort Bildung für nachhaltige Entwicklung Frankfurt

Unser Lernort


Bei uns brummt es lauter als zuvor – denn aktuell wird unser BienenErlebnisGarten umgebaut. Hier bieten wir Kita-Gruppen und Schulklassen Workshops zum Thema Nachhaltigkeit an. Der Lernort ist bis auf Weiteres geschlossen.
Wildbienen Schutz

Wildbienenschutz


Die Bedeutung der Wildbienen als Bestäuber wurde lange für die Biolgische Vielfalt unterschätzt. Sie arbeiten häufig effizienter als Honigbienen. Vom 'Bienen-sterben' sind sie stark betroffen. Einige Arten sind für immer verschwunden.

Weltbienentagsaktion

Weltbienentag 20. Mai


Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai als Weltbienentag ausgerufen, um an die Bedeutung von Bienen für Biodiversität und Ernährung für die Menschheit zu erinnern. Zum Aktionstag haben wir eine Webseite weltbienentag.de gestartet.


Hilf den Bienen


Jeder kann etwas tun, damit es Bienen und anderen Insekten bald wieder besser geht. Hier haben wir einige einfache Tipps zusammengestellt, die jeder leicht in seinem Alltag umsetzen kann. Finde jetzt deinen Einsatzort als Bienenretter.

Kita und Schule @home

Kita & Schule


Im Rahmen unserer Aktionen bieten wir Kitas und Schulen Mitmachmaterialien. Die altersgerechten Sets lassen sich frei in eigene Lerneinheiten oder den Unterricht einbauen. So wird Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis greifbar.

Bienenretter Spenden

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Mit Deiner Unterstützung hilfst Du bei unserer Bienenretter-Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung und Maßnahmen für Wild- und Honigbienen. Lass uns gemeinsam nachhaltiges Handeln gestalten!



Pflanze des Monats: Acker-Veilchen - treuer Bienenbegleiter

Wildes Stiefmütterchen oder Acker-Veilchen – das zarte Pflänzchen aus der Familie der Veilchen hat viele Namen. Von Mai bis in den September lockt die krautige Pflanze Bienchen und Hummeln mit ihrem Nektar an.

Inmitten von leuchtend rotem Mohn und strahlend blauen Kornblumen ist das zarte Acker-Veilchen mit seinen weißen und hellgelben Blüten eher unscheinbar. Doch keine Sorge - die Insekten finden problemlos zu dieser Nektarquelle. Die Blüte besteht aus fünf ungleichen Kronblättern: zwei weiße nach oben gerichtet, zwei seitliche gelbe und ein größeres dunkelgelbes, das nach unten gerichtet ist. „Das untere Kronblatt, die ‚Stiefmutter‘, hat eine dunkle Kerbung in Richtung Blütenkrone, die den Bestäubern als Orientierungshilfe dient“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Ab Mai blühen die duftenden Veilchen und locken bis zum Spätsommer allerlei Insekten an.


Das Acker-Veilchen (Viola arvensis) zählt zu der Familie der Veilchengewächse und ist europaweit und fast in ganz Deutschland verbreitet. Das lateinische „viola“ steht für das Veilchen, „arvensis“ für den Standort Acker. Zudem kursieren einige Geschichten über die Herkunft des Namens. So sollen die verschieden ausgerichteten Kronblätter beispielsweise an Treue und Neid innerhalb einer Familie erinnern: oben sitzen die Stieftöchter, seitlich die Töchter und unten die Stiefmutter. „Das Acker-Veilchen wird auch Wildes Stiefmütterchen genannt“, so Bourgeois. Auch als Heilpflanze ist das Veilchen bekannt – so soll es gegen Husten und Schleim bei Erkältungen helfen.

Im Gegensatz zu anderen Veilchen ist diese Unterart einjährig sommergrün und wächst meist nur bis zu 20 Zentimeter hoch. Die Kulturpflanze bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffgesättigte und basische Böden, wie es bei Ackerflächen der Fall ist. Doch das Kraut wächst auch an anderen Standorten. „Das Acker-Veilchen braucht vor allem Sonne und kommt deshalb auch an trockenen Stellen wie Böschungen oder brach liegenden Flächen vor“, so Bourgeois.

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Auszeichnung für Bienenautomaten

Das bundesweite Projekt der Bienenfutterautomaten wurde mit dem Preis "Projekt Nachhaltigkeit" des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. Darunter zählen Projekte, die sich in besonderer Weise für eine Nachhaltige Entwicklung engagieren. 

Bienenfutter aus dem Automaten - mit seiner Erfindung erfreut Sebastian Everding Bienen und Menschen. An über 120 Standorten  können Bienenfans für 50 Cent eine Saatgutkapsel der Bienenretter Manufaktur aus den ehemaligen Kaugummiautomaten ziehen. "So können wir blühende Inseln für Insekten in unseren Städten und Dörfern schaffen", betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Jeder umgebaute Automat und jede befüllte Saatgutkapsel ist Handarbeit. Doch die Mühe lohnt sich. So wurde das Projekt der Bienenautomaten jetzt mit dem Preis "Projekt Nachhaltigkeit" des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung! Herzlichen Glückwunsch an unseren Kooperationspartner Sebastian Everding", betont Bourgeois.

Bienenautomat
Die gelben Bienenautomaten sind ein echter Hingucker. Die leeren Plastikkapseln kommen in den Rückgabekasten, um wiederverwendet werden zu können.

Mit diesem Preis haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) insgesamt 40 Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet. Das "Projekt Nachhaltigkeit" zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen in Deutschland und fördert Unternehmen, Initiativen und Projekte, die sich mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen befassen.  Seit einigen Jahren hat sich diese Auszeichnung als "Qualitätssiegel" etabliert, das den ausgezeichneten Projekten mehr Reichweite sowie die Eingliederung in ein bundesweites Netzwerk bietet.

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Trend Insektenhotels im Garten: Eine vergebene Mühe?

Künstliche Insektenhotels gegen das Artensterben sind in vielen Gärten ein neuer Trend geworden. Denn seit der Mensch in die Natur eingreift, fehlen natürliche Rückzugs-, Überwinterungs- und Nistorte für Tiere und Insekten. Mit Tannenzapfen und Holzröhrchen versprechen Insektenhotels aus dem Handel Insekten anzulocken. Doch die Sechsfüßler suchen gar nicht danach.

Stefan Brenzinger, Beobachtungskasten
Stefan Brenzinger mit einem Beobachtungskasten für Insekten. Foto: Roland Breitschuh

Insektenhotels erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei Gartenbesitzer*innen – die kleinen Häuschen aus Holz stehen mittlerweile nicht nur in privaten Gärten, sondern auch in Parks und auf öffentlichen Plätzen. Wer keines selbst bauen will, muss nur einen Blick in den Baumarkt werfen: Dort gibt es die sogenannten „Insektenhotels" in verschiedenen Größen und Farben für „Balkon, Garten und Terrasse", gefüllt mit angebohrtem Holz, verschiedenen Röhrchen, Hohlräumen, Tannenzapfen, Holzwolle oder Lochsteinen. Marienkäfer, Schmetterlinge und Bienen, die in Richtung "Hotel" fliegen, sind oftmals auf der Verpackung zu sehen. „Das wird so aber nicht passieren", sagt Stefan Brenzinger. Der gelernte Tischler und Bauingenieur ist seit 2018 nebenberuflich im Rahmen der AKTIONGRUEN für Wildbienen und Insekten im Einsatz. „Das Thema Artensterben und die Bereitschaft von Naturfreunden etwas dagegen zu tun, wird von industriellen Herstellern und vom Handel ausgenutzt", ärgert sich Brenzinger. Die künstlichen Nisthilfen aus dem Baumarkt, Discounter und Co. suggerieren, dass man damit etwas Gutes für die Natur und Insekten tut. „Mitunter sogar, dass sie das Insektensterben aufhalten könnten – dem ist aber nicht so!", betont er.

Bringen Insektenhotels etwas?

Oft sind viele Verbraucher schon kurze Zeit nach dem Kauf der bunten Kästchen enttäuscht, weil keine Insekten einziehen. Diese suchen nicht nach dieser künstlichen Anhäufung von Materialien. „Es wäre ein reiner Zufall, wenn sich doch mal eine Florfliege oder gar ein Schmetterling an einem Insektenhotel aufhält. Höchstens ein Ohrenkneifer würde dort einziehen", so Brenzinger. In ihrer natürlichen Umgebung – also auf Wildwiesen, in Gebüschen, heimischen Hecken oder Totholzhaufen – fühlen sich Insekten am wohlsten. „Die Tannenzapfen und Holzreste im Insektenhotel liegen hinter Gittern. Ein Marienkäfer würde nie auf die Idee kommen, da freiwillig einzuziehen", betont Brenzinger. 


Schmetterlingen bringt ein Insektenhotel in ihrem Lebenszyklus beispielsweise herzlich wenig: So suchen die Falter im Frühjahr lieber nach blühenden Trachtpflanzen wie der Schlehe. Die heimische Pflanze dient zur Eiablage und als Nahrungslieferant für die Raupen. „Nur wenige Schmetterlingsarten überwintern überhaupt, andere wandern Richtung Süden", erklärt Brenzinger. Diejenigen, die überwintern, haben einen eigenen Frostschutz, „benötigen also keinen geschützten Raum. Sie hängen sich in der Natur einfach unter einen Ast an die Rinde oder in eine Baumhöhle und verfallen da in den Winterschlaf", so Brenzinger. „Ein winziger Hohlraum mit Schlitz in einem Insektenhotel bietet keinen angemessenen Rückzugsort", so Brenzinger. Stattdessen bräuchte es mehr heimische Sträucher und Pflanzen, die Nektar und Nistplatz zugleich sind.

Insektenhotel
Insektenhotel umgeben von blühenden Pflanzen.

Wie hilft man den Insekten?

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Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene: eine Baumeisterin

Diese Wildbiene gibt sich für ihre Nester besondere Mühe: die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene sucht für ihre Eier nach leeren Schneckenhäusern, die sie geschickt tarnt. Sie ist eine wahre Baumeisterin.

Leeres Schneckenhaus
Ein leeres Schneckenhaus zwischen Blätter und Pflanzenresten. Vielleicht zieht dort bald eine Schneckenhaus-Mauerbiene ein?

Gut getarnt unter Blättern und Moos schlummert das Nest der zweifarbigen Schneckenhaus-Mauerbiene: ein leeres Schneckenhaus, gefüllt mit Eiern. „Obwohl früher noch häufig verbreitet, ist die Biene mittlerweile selten geworden. Nicht zuletzt dank der intensiven Pflege von Gärten und Grünanlagen“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Beim Nisten geht die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene akribisch vor. Die Eier werden mit Zwischenwänden abgegrenzt und mit einem Vorrat aus Pollen und Nektar versorgt. „Anschließend wird das Nest mit Erde, Sand und Steinen stabilisiert“, ergänzt Bourgeois. Zum Schluss wird das spiralförmige Gehäuse verkleistert und der Zugang verklebt - mit einem selbst hergestellten Mörtel aus Pflanzenfasern und Speichel - bevor es sorgsam getarnt wird, „damit keine Fressfeinde an die Eier kommen“, betont Bourgeois.


Doch warum ausgerechnet leere Schneckenhäuser? „Schneckenhäuser sind ideale Nistplätze, da sie stabil und wetterfest sind“, erklärt Bourgeois. Meistens findet die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene die leeren Häuser in der Nähe von Trachtpflanzen. „Schnecken kommen mit Schneckenhaus auf die Welt. Wenn eine Schnecke stirbt, bleibt das leere Haus zurück“, erklärt der Initiator der Bienenretter. Somit „recycelt“ diese Mauerbienenart das Gehäuse. Nachdem die Larven im Nest geschlüpft sind, überwintern sie im Schneckenhaus. Wenn die Kinder aus dem „Haus“ sind, bleibt das Schneckenhaus als Rückzugsort. Die Weibchen werden bis zu 10 Millimeter groß, die Drohnen etwas kleiner. „Man erkennt die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene an der farbigen Aufteilung ihres Körpers: das vordere Körperteil ist schwarz, der Hinterleib rostbraun. Auch die Beinchen haben zwei Farben“, erzählt Bourgeois.

Diese Wildbiene ist zudem eine der ersten, die im März zu beobachten sind. Während andere Wildbienenarten im Frühjahr noch auf Paarungssuche sind, hat die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene bereits ihre aufwendigen Nester gebaut. „Diese werden durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt“, so Bourgeois. Meist unbeabsichtigt und oft ohne es zu bemerken zerstören überfleißige Gärtnerinnen und Gärtner die Nester. "Daher empfehlen wir wilde Ecken in Gärten und Parks als Rückzugsraum zu lassen", betont Bourgeois. Die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene ist normalerweise an Waldrändern und Böschungen unterwegs, aber auch in Parks, auf Trockenrasen oder brach liegenden Flächen kannst du sie beobachten. „Sogar in 2.000 Meter Höhe kommt diese Art vor“, so Bourgeois. Doch die intensive Landwirtschaft sowie die vermehrten Steingärten in unseren Städten erschwert es ihr, ruhige Nistplätze und ausreichend Nahrung zu finden. „Wir können sie unterstützen, indem wir leere Schneckenhäuser in der Natur belassen oder auslegen, einige Ecken im Garten unaufgeräumt lassen und nektarreiche Pflanzen säen“, betont Bourgeois.

Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene
Der Oberkörper ist schwarz, der Unterleib rostbraun: Die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene. Foto: CC-BY 3.0 von František ŠARŽÍK

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Der Mythos des Wildbienenhotels

Während es Honigbienen beim Imker vergleichsweise gut geht, fehlt es den Wildbienen vielerorts an Nistplätzen. Der Einfluss des Menschen auf die Natur spielt dabei eine große Rolle. Dennoch wollen sich viele Bienenfreunde für die Bestäuber einsetzen und Nistplätze schaffen. Wir verraten dir, wie du eine artgerechte Nisthilfe schaffst  – ohne den Insekten zu schaden.

Ein Blick in die Natur zeigt uns, wo Wildbienen normalerweise nisten: Von Käfern durchbohrtes Totholz, abgestorbene Pflanzenstängel, offene Sandflächen, Abbruchkanten von Lehmböschungen. Der Eingriff des Menschen in die Natur hat vielen Wildbienen den natürlichen Lebensraum genommen – statt Totholz und Wildblumenwiesen finden die Bestäuber vielerorts versiegelte Flächen, Monokulturen in der Landwirtschaft und Steingärten in unseren Städten vor.

„Langsam realisiert der Mensch das große Artensterben als Folge seiner Eingriffe. Also beginnt er mit der Aufstellung von Nistkästen, um das Zerstörte wieder Herzurichten“, sagt Stefan Brenzinger. Der gelernte Tischler und Bauingenieur ist seit 2018 nebenberuflich im Rahmen der AKTIONGRUEN für Wildbienen im Einsatz. Nachgebaute Nist- und Rückzugsorte für Wildbienen könnten niemals die freie Natur ersetzen. „Es ist wichtig, die wenigen Naturreservate und natürlichen Strukturen in unserer Welt zu schützen, statt sie zu zerstören und neu aufzubauen“, betont Brenzinger. Am liebsten wäre es ihm, wenn es genügend natürliche Nistplätze gäbe, sodass seine Arbeit Nisthilfen zu bauen ‚überflüssig‘ wäre.

Wie schafft man Nistplätze für Wildbienen?

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Pflanze des Monats: Natternkopf – Robuste Nektarquelle

Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine beliebte Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge. Während das Kraut selbst wertvolle Nährstoffe zu bieten hat, wächst es vor allem auf nährstoffarmen Flächen. Sogar auf belasteten Böden kommt die robuste Pflanze zurecht – ein wahrer Bienenschmaus.

Wie züngelnde Schlangen ragen die pinken Staubfäden aus den Blüten des Natternkopfs hervor und bieten einen idealen Landeplatz für Insekten an. „Der Gewöhnliche Natternkopf ist unter Bienen und Schmetterlingen sehr beliebt“, betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Aufgrund des hohen Zuckergehalts im Nektar und der langen Blütezeit eignet sich der Natternkopf gut als Wildbienenweide. Für die Natternkopf-Mauerbiene gilt der violette Natternkopf sogar als Haupttrachtpflanze. „Diese Wildbienenart hat sich auf den Natternkopf spezialisiert und ist somit für das Überleben der Art abhängig“, erklärt Bourgeois.

Natternkopf

Der Gewöhnliche Natternkopf ist in Europa und somit auch in Deutschland beheimatet. Ausgesät wird die Pflanze auf bevorzugt nährstoffarme Böden. „Während er auf stickstoffreiche Böden verzichten kann, mag er kalkhaltige, warme Flächen“, erzählt Bourgeois. So kommt der Gewöhnliche Natternkopf vor allem auf Ruderalflächen, Kiesgruben oder Bahndämmen vor. Sogar in Höhenlagen von bis zu 1.600 Metern kann das mehrjährige Kraut Wurzeln schlagen. Der grüne Stängel ist mit schwarzen Punkten und borstigen Haaren übersät und hat eine Wuchshöhe von bis zu 100 Zentimetern. Die violett-blauen Blüten mit der Form eines Trichters blühen etwa zwischen Juni und Oktober, dabei wechseln sie die Färbung von rosa nach blau. Neben dieser farblichen Besonderheit zeichnet sich der Natternkopf durch seine Widerstandsfähigkeit aus. „Diese Pflanze überlebt sogar auf von Schwermetall belasteten Böden, wie Blei oder Zink“, betont Bourgeois.

Ob in einem Kübel auf dem Balkon oder im Garten – auch im eigenen Heim kannst du die Nektarquelle anpflanzen. Solange sie ausreichend Sonne bekommt, ist diese Pflanze recht anspruchslos. „Gießen sollte man sie nur nach der Aussaat, denn mit Trockenheit kommt die ausgewachsene Pflanze oft gut klar“, erklärt Bourgeois. Schon bald kannst du dann das spannende Farbspiel der schlangenähnlichen Blütenköpfe bewundern – genau wie über die fliegenden Besucher.

 

Text: Elisa Kautzky

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Deutschland schwitzt - noch ist aber kein Hochsommer nach dem Phänologischen Kalender

Heute sollte laut phänologischem Kalender der Hochsommer beginnen, wenn es nach den langjährigen Daten des Deutschen Wetterdienstes geht. Als Zeigerpflanze für den Hochsommer steht die Sommer-Linde auf der phänologischen Uhr, die blüht aber noch nicht. 

Wenn die Temperaturen hitzig sind und die Beerenernte auf dem Höhepunkt ist – dann sollte der Hochsommer da sein. Mit der Blüte der Sommer-Linde beginnt laut dem phänologischen Kalender die Zeit des Hochsommers. Im langjährigen Mittel - also dem statistischen Mittelwert der letzten Jahre - wäre dies der 17. Juni. Doch schon die letzten beiden Jahreszeiten haben in diesem Jahr laut Messungen des Deutschen Wetterdienstes später begonnen.

Roter Regenschirm vor blauem Himmel
In Deutschland ist der Hochsommer angekommen - zumindest im Hinblick auf die Temperaturen.
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Biene des Monats: Natternkopf-Mauerbiene - die Pollenspezialistin

Die Natternkopf-Mauerbiene bestäubt ausschließlich eine Pflanzenart. Ab Juni kannst du sie auf den blauen Blüten des Gemeinen Natternkopfes beobachten.

Natternkopf-Mauerbiene auf Natternkopf.
Das Natternkopf-Mauerbienen Weibchen. Foto: CC BY-SA 4.0 von Henry Sonnet

Diese Wildbienenart hat es bei der Nahrungssuche nicht leicht – die Natternkopf-Mauerbiene zählt zu den Bienenarten, die sich nur auf eine spezielle Pflanzenart spezialisiert haben. Somit sammelt diese Bestäuberin nur Pollen und Nektar von dem Gemeinen Natternkopf. Die violett-blauen Blüten dieser Pflanze beginnen im Juni zu blühen. Dann macht sich auch die Natternkopf-Mauerbiene auf die Suche nach Nahrung für sich und ihre Nachkommen. „Damit ist sie wesentlich später unterwegs als andere Wildbienenarten“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.

Die kleinen Bienchen werden zwischen 8 und 12 Millimeter groß. Während die Männchen eher braun behaart sind, ist der Körper der Weibchen grau mit nur einer leichten Behaarung. „Im Gegensatz zu Honigbienen, die den gesammelten Pollen in ihrem Pollenhöschen verstauen, zählen Mauerbienen zu den Bauchsammlern. Auf der Unterseite ihres Bauches haben sie eine Art ‚Bürste‘, an der der Pollen hängen bleibt“, erklärt Bourgeois.


So speziell wie die Natternkopf-Mauerbiene bei der Nahrungssuche ist, so anpassungsfähig ist sie es bei der Wahl ihres Nistplatzes. Solange in der Umgebung der Natternkopf wächst, gibt sie sich mit einem trockenen und warmen Nistplatz zufrieden. So eignen sich beispielsweise Fugen in Steinmauern und Felswänden oder Hohlräume in Totholz. Aber auch in lehmverputzten Fachwerkhäusern findet sie leicht ein Plätzchen zum Nisten. Meistens ist sie eher an Kiesgruben und Böschungen unterwegs, weil an diesen Plätzen gerne Natternkopf wächst. Zum Teil fliegt diese Wildbiene auf ihrer Suche aber auch im Siedlungsgebiet umher. Das ist unsere Chance, sie bei der Nahrungs- und Nistsuche zu unterstützen!

Die krautige Pflanze mit den violett-blauen Blüten wächst bis zu 100 Zentimeter hoch. In der freien ‚Natur‘ bevorzugt der Gemeine Natternkopf sandige, trockene oder steinige Standorte. Du kannst sie aber auch in einem Kübel auf deinem Balkon oder in einer sandigen Ecke im Garten anpflanzen. Mit einem trockenen, nährstoffarmen Boden kommt sie gut zurecht, solange sie genügend Sonne bekommt. Über etwas Wasser freut sie sich nach der Aussaat, danach ist diese Pflanze sehr anspruchslos.

Neben der Natternkopf-Mauerbiene profitieren dann auch andere Bienen- und Schmetterlingsarten von dem hohen Nektargehalt und der langen Blütezeit des Gemeinen Natternkopfes. Es lohnt sich also, etwas Farbe in den eigenen Balkon oder Garten zu bringen!

 

Blauer Natternkopf
Die violetten Blüten des Natternkopf mit den pinken Staubfäden erinnern an züngelnde Schlangen.

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Weltbienentag 2021: Tag der kleinen Helfer, die Großes leisten.

Eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar. Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die gesamte Menschheit. Den 20. Mai haben die Vereinten Nationen (UN) als World Bee Day ausgerufen. Zusammen mit rund 3.000 Kitas und Schulen macht das Bildungsprojekt Bienenretter in diesem Jahr in ganz Deutschland mit Mitmachaktionen aufmerksam. Gleichzeitig startet ein Fotowettbewerb für Erwachsene.

Eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar. Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die gesamte Menschheit. Den 20. Mai haben die Vereinten Nationen (UN) als World Bee Day ausgerufen.
Die Vereinten Nationen haben 2018 den ersten Weltbienentag ausgerufen.

Bienen nehmen eine Schlüsselrolle in unserer Natur ein. Der Rückgang der Bestäuber bedroht unsere Umwelt, Wirtschaft sowie Ernährungssicherheit und somit unsere Lebensgrundlagen. „Eine Ursache: Es blüht vielerorts kaum noch. So ist das Nahrungsangebot für Bienen nicht mehr ausreichend”, erklärt Christian Bourgeois, Initiator des Bienenretter Bildungsprojekts. Allzu oft bestimmen öde Steingärten und monotone Rasenflächen das Bild unserer Städte. Andererseits sind oft vermeintlich attraktive Sommerblumen für viele Bienenarten nahezu wertlos. Kleine Blühflächen mit vielfältigen heimischen Blühpflanzen hingegen fördern Wild- und Honigbienen.


Im Corona-Lockdown haben rund 80.000 Kinder und Jugendliche an unterschiedlichen Mitmachaktionen in den vergangenen Wochen teilgenommen. Kita-Gruppen und Schulklassen haben zudem in über 2.000 Orten blühende Inseln geschaffen. „Insgesamt wurde so in den vergangen fünf Jahren bereits eine Fläche von mehr als 15 Millionen Blumenkästen mit Nahrung für Bienen und Insekten geschaffen. Eine großartige Leistung! Vielen Dank an alle Teilnehmer für ihr Engagement", erläutert Bourgeois. Die diesjährige Aktion wurde u.a. mit 30.000 Euro von den Teilnehmern der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt.

Fotowettbewerb gestartet

Unter dem Motto „Insektenvielfalt“ startet Bienenretter einen Fotowettbewerb für den Bienenretter-Fotokalender 2022. Den Gewinnern winkt je ein Wildbienen-Beobachtungskasten. Unter allen Teilnehmern werden zusätzliche Preise verlost. Viel Glück!

Gewinnerbilder gestalten den Kalender 2022
Gewinnerbilder gestalten den Kalender 2022

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Biene des Monats: Die Garten-Wollbiene – nistet gern wollig warm

Die Garten-Wollbiene sticht nicht nur äußerlich neben ihren „wilden“ Artgenossen hervor, auch ihre Lebensweise unterscheidet sich von anderen Wildbienenarten. Mit nur wenigen Schritten kannst du ihr in deinem Garten oder Balkon einen Nistplatz schaffen.

Garten-Wollbiene

Mit ihrem schwarz-gelben Körper und der spärlichen Behaarung sieht die Garten-Wollbiene der Gemeinen Wespe zum “Verwespeln” ähnlich. „Der auffällig schwarz-gelb gezahnte Hinterleib ist ganz charakteristisch für diese Wollbienenart“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Unterscheiden kannst du die Garten-Wollbiene aber leicht an ihrem Körperumfang: „Im Gegensatz zur Wespe hat diese Wildbiene keine wirkliche Taille, ist ein bisschen pummeliger und ihre gelben Ringe sind schwarz unterbrochen“, betont Bourgeois. Außerdem sind Wespen staatenbildende Bestäuber mit einer Königin an der Spitze, während die Garten-Wollbiene zu den Solitärbienen zählt. 

Während der Fortpflanzungszeit wird in den Wollbienen-Männchen der Beschützerinstinkt geweckt: dann schwirren die auffälligen Bestäuber patrouillierend vor dem Nistplatz umher, verteidigen ihre Nahrungsvorräte. Bei Bedrohung können sie sogar andere Insekten attackieren. „Dafür haben sie dornige Zacken am Hinterleib, die im Notfall auch eingesetzt werden“, erzählt Bourgeois.  Als Mensch brauch man aber keine Angst zu haben. Währenddessen richtet sich das Weibchen gemütlich ein: Wurde ein schönes Plätzchen in einem Erdloch, einer Felsspalte oder einer Lehmwand zum Nistplatz auserkoren, wird es liebevoll mit Pflanzenwolle ausgestattet.

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Pflanze des Monats: Mariendistel – der lila Hummel-Magnet

Mit ihren violetten Korbblüten zieht die Mariendistel im Sommer viele Insekten an. Wird sie bis Mai ausgesät, blüht die Pflanze schon ab Juli. Aufgrund der hohen Wuchshöhe eignet sich die Distel besonders gut, um Hummeln und Schmetterlinge bei der Bestäubung zu beobachten.

Auf dieser Pflanze krabbeln Bienchen und Hummeln gerne herum: Wie ein kleiner Magnet zieht die Mariendistel in den Sommermonaten allerhand Insekten an. „Insbesondere Hummeln bleiben gerne länger auf den violetten Blüten sitzen“, erzählt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter.

Mit ihrem guten Nektar- und Pollenwert gehört die Distel zu den besonders nahrhaften Pflanzen für Bestäuber, zudem blüht sie in einer sonst trachtarmen Zeit. Bis zu 1,50 Meter hoch kann dieses Pflanze wachsen, „sozusagen auf Augenhöhe“, betont Bourgeois. Deshalb eignet sie sich ausgezeichnet zum Beobachten und Fotografieren der Bestäuber. „Mit ihren violetten Blüten hebt sie sich farblich gut von den Insekten ab“, so Bourgeois.

Mariendistel, Hummel

Der Korbblütler stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Seit dem Mittelalter wird die Mariendistel als Heilpflanze genutzt. So soll sie eine entgiftende Wirkung für Leber, Galle und Darm haben. Aufgrund ihrer positiven Wirkungen in der Medizin wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres 2021 in Österreich gekürt. In Deutschland wächst sie vor allem an Feldern, Wegen und Wiesen und kommt mit Trockenheit gut zurecht. So hat sie auch keine großen Ansprüche an den Boden: „Er muss nicht wirklich nährstoffreich sein, oft wächst sie zwischen Stein- und Schuttböden“, erzählt Bourgeois. Über ein sonniges Plätzchen freut sich die violette Distel aber allemal. Wenn du diese Pflanze noch im Mai aussäst, blüht die Mariendistel noch im Juli. So kannst du auf diesem Insektenmagnet schon bald ein paar brummende Bestäuber bei der Arbeit beobachten.

 

Text: Elisa Kautzky

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Biene des Monats: Rotpelzige Sandbiene - die Füchsin unter den Wildbienen

Diese Wildbiene ist von April bis Mai auf Trachtpflanzen zu beobachten. Am liebsten nascht die Rotpelzige Sandbiene Nektar und Pollen von Obstbäumen und -sträuchern. 

Foto:  Wikipedia.org CC BY 3.0 (Pauln)
Foto: Wikipedia.org CC BY 3.0 (Pauln)

Die Rotpelzige Sandbiene lebt in lichten Wäldern, fühlt sich aber auch in Parks oder Gärten zwischen Blumenbeeten und Rasenflächen wohl. Am liebsten sammelt diese Wildbiene Pollen und Nektar von Obstbäumen und -sträuchern. „Ab April bis in den Mai kannst du sie an Trachtpflanzen wie Heidelbeere oder Berberitze beobachten“, erzählt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Die auffällige Bestäuberin trägt einen fuchsroten Pelz, ihr Kopf ist schwarz behaart. „Die Weibchen werden bis zu 14 Millimeter lang, die Männchen etwa 12 Millimeter“, so Bourgeois. Als unterirdisch nistende Art ist die Sandbiene besonders fleißig – so legt sie nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht die Fühler hoch, sondern buddelt für ihre Nachkommen ein tiefes Nest in die Erde. „Dieses Erdnest kann bis zu 50 Zentimeter tief sein“, betont Bourgeois. Geeignete Standorte dafür sind möglichst unberührte Flächen ohne Vegetation, wie beispielsweise an Gräben. „Notfalls buddelt sie sich ihr ein Nest auf einer sandigen Rasenfläche“, so Bourgeois. 

Wenn du dieser Wildbiene unter die Flügel greifen willst, sollte dein Garten extensiv bewirtschaftet werden. „Vorsicht also bei der Gartenarbeit: eine zu starke Bewässerung oder das Umgraben der Erde zerstört die Nester im Boden“, warnt Bourgeois. Je weniger Pflege, desto besser. Dafür freut sich die Rotpelzige Sandbiene über Johannis- oder Stachelbeersträucher. „Und wir Gärtner*innen natürlich auch über eine prächtige Ernte im Sommer“, so Bourgeois.

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