Die modulare Wildbienensäule von Bienenretter

Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, mit einen Wildbienenhotel auf Balkon oder im Garten bietest Du ein Zuhause für unsere friedlichen Freunde. Viele Wildbienen-Hotels im Handel jedoch nicht den Qualitätsansprüchen der Bienen in der Stadt entspricht sondern eher der Ästhetik seiner Käufer anspricht. Aus unseren Erfahrungen zusammen mit einem Biologen haben wir für den städtischen Raum eine spezielle modulare Nisthilfe entwickelt. Nisthilfe ist aus Biologensicht der passendere Begriff.

 


Zwischenzeitlich stehen bereits 30 Säulen in Kitas, Schulen, Streuobstwiesen und Kleingartenanlagen im Rhein-Main-Gebiet. Die Säulen erzeugen zudem Aufmerksamkeit und fordern zum Nachmachen auf. Derzeit arbeiten wir an einer vereinfachten Selbstbau-Anleitung.

Montageanleitung für den Bausatz

Hier geben wir eine kurze Montageanleitung zu dem Bausatz der Wildbienensäule. Es ist leider in der Bevölkerung größtenteils unbekannt, dass solitäre Wildbienen uns nicht stechen können. Um Missverständnisse zu vermeiden, vor der Aufstellung mit den Nachbarn reden. In Schulen und Kitas sollte mit Kindern, Schülern, Leitung und Eltern das Thema vorab aktiv angesprochen werden.

1. Werkzeuge

Zum Zusammenbau benötigen Sie einen Akkuschrauber mit Schrauberbits sternförmig TX20 und TX25.  Für die Aufstellung: Einschlaghülse (91 x 91 mm) mit Erdspieß: Vorschlaghammer, Bohrer, Wasserwaage und Schraubenschlüsselset.

2. Standort wählen

Der ideale Standort ist sonnig und windgeschützt. Die Öffnung sollte nach Südost bis Südwest zeigen. Die Säule sollte möglichst auch von Besuchern wahrgenommen werden, dennoch vor Vandalismus geschützt sein.

3. Erdbefestigung

Der Bausatz besteht aus einem Pfosten, dem Modulträger, der Gitterabdeckung und dem Dach. Einschlag-Bodenhülsen gibt es in jedem Baumarkt. Zuerst die Löcher zur Befestigung der Einschlag- hülse in das untere Pfostenende bohren.


4. Einschlaghülse

Die Einschlag-Bodenhülse mit dem Erdspieß mit Hilfe des Vorschlaghammers vorsichtig in die Erde einhauen. Ggfs. ein Holzbrett auf die Schlagstelle legen, um den Pfosten zu schützen.

5. Nicht aufs Metall

Nicht direkt auf die Einschlaghülse schlagen, denn dadurch kann sich das Metall verformen. Der  Pfosten passt unter Umständen nicht mehr in die Befestigung.

6. Schon vorgebohrt

Für die Schrauben sind die Löcher am Modulträger und dem Abdeckgitter bereits vorgebohrt und mit einem kleinen Kreuz zum besseren Auffinden gekennzeichnet.


7. Pfosten einschieben

Liegend den oberen Teil des Postens  in den unteren Teil des Modulträgers bis zur STOP Linie einschieben.

8. Verbinden

Nun Modulträger und den waagerecht liegenden Pfosten mit Hilfe der langen Schrauben verbinden. 

9. Module einfügen

Jetzt Module einfügen oder nach eigenen Vorstellung den Modulträger mit Nistmaterial füllen.


10. Gitter befestigen

Ist der Modulträger gefüllt. Wird die Gitterabdeckung zum Schutz vor Vögeln angebracht. Am unteren Ende des Modulträgers befinden sich zwei Linien, die das untere Ende des Gitters markieren. Das Gitter mit den kleinen Schrauben an den Rahmenseiten befestigen.

11. Aufstellen

Nun die Nisthilfe aufstellen und in die Bodenhülse einführen. Dabei achten, dass die Öffnung der Nisthilfe in die richtige Richtung zeigt. Dann mit Hilfe von Schraubenschlüsseln die Schrauben fest anziehen. Mit der Wasserwaage darauf achten, dass die Nisthilfe senkrecht steht.

12. Dach aufsetzen

Jetzt noch das Dach aufsetzen. Dabei darauf achten, dass der Befestigungsklotz am unteren schrägen Ende tief sitzt. Das Dach muss fest aufliegen. Mit den mittellangen Schrauben rechts und links an den markierten, vorgebohrten Stellen das Dach fixieren.


13. Infotafeln

Nun noch die Infotafeln mit Hilfe der kleinen Nägel befestigen. Fertig!

Herzlichen Glückwunsch! Die Besiedelung kann je Zeitpunkt über ein Jahr dauern.

14. Holzpflege

Zur Holzpflege nur bienenfreundliche sogenannte Beutenschutz-Lasur bzw. Lack benutzen. Alternativ ist für das Dach  ein Acryllack nach DIN EN 71-3 möglich.

15. Für Nahrung sorgen

Solitäre Wildbienenarten benötigen in der unmittelbaren Umgebung ausreichend Nahrung, aber auch Baumaterial wie Sand oder feuchte Erde. Auch daran denken!


Wir wünschen viel Spaß bei der Montage und beim Beobachten der Wildbienen. Mehr Infos im Bienenretter Manufaktur Shop.

Module

Einige Module für die Wildbienensäule lassen sich im Bienenretter Manufaktur Shop käuflich erwerben, aber auch mit etwas Geschick selber bauen. Durch den modularen Aufbau lassen sich bestimmte Arten besonders fördern oder Nistmöglichkeiten für Arten, die am Aufstellungsort nicht vorkommen ganz weglassen.

A) Nistholz: Mauerbienen-Modul

In diesem Modul lassen sich vor allem Hohlraumnistende Arten nieder. Die sind Mauerbienen-, Maskenbienen- und Löcherbienenarten. Sie bohren nicht selbst und beziehen bereits vorhandene Nistgänge, in denen sie ihre Brutzellen bauen. Diese Nistgänge sind in der Natur oft Fraßgänge von bestimmten Käferarten. Gebohrte Löcher in Nisthölzern ahmen diese Gänge nach. Das fertige Nistholz läßt sich auch als eigenständiges 'Wildbienenhotel' nutzen.

 

Bügel montieren:

1. Bügel

Zusammen mit dem Nistholz liefern wir einen Bügel zum Aufhängen. Auf den Seiten befindet sich eine Bohrung.

2. Bügelende einführen

Den Bügel leicht auseinander ziehen. Das ein Bügelende in ein Bohrende an der Seite bis zur Biegung einführen.

3. Zusammendrücken

Das andere Bügelende in das andere Bohrende einführen. Anschließend den Bügel zusammendrücken. Fertig!


Nistholz selbst bauen:

1. Laubholz

Es eignen sich heimische Laubhölzer (z.B. Erle, Esche, Buche). Die Fasern bei Nadelhölzern stellen sich bei Feuchtigkeit wieder auf und sind damit zu rau. Das Holz muss gut abgelagert sein und nicht mit Holzschutzmitteln behandelt sein. Diese Hölzer findet man in der Regel nur bei speziellen Holzhändlern oder Schreinern und nicht in Baumärkten.

2. Löcher

Bienen bevorzugen glattgeschliffene Bohrlöcher. Je nach Art mit einem Durchmesser von 3, 4, 5, 6, 8 oder 10 mm. Die Tiefe sollte 5 - 12 cm betragen. Nach dem Bohren müssen querstehende Fasern und Bohrstaub durch Abschleifen und Ausklopfen sauber entfernt werden. In das Längsholz bohren nicht in das Stirnholz. Baumscheiben eignen sich daher nicht!

3. Kein Morschholz

Obwohl Morschholz bei vielen Wildbienenarten hoch im Kurs steht, sollte keines in die Säule eigefügt werden. Es besteht die Gefahr, dass sich Pilze auf die tragenden Teile recht schnell übertragen. Morschholz z.B. Apfel- oder Birnenholz lieber in einer "Wilden Ecke" im Garten stapeln. Dann freuen sich auch andere Insekten daran.


B) Hohlstängel-Module

Andere Maskenbienen- und Löcherbienenarten beißen lieber selbst ihre Nistgänge in markhaltige Stängel oder nutzen bereits hohle Stängel für ihre Brutzellen. Die verholzten Stängel zu Bündeln formen und mit Kabelbinder fixieren, so lassen sie sich einfach in den Modulträger einbringen. Die Bündel lassen sich zudem zwischen zwei Holzplatten oder Modulen zusammendrücken. Zwischen Stängel und Gitter sollte ein Abstand von 1-2 cm verbleiben, damit keine Öffnungen verdeckt werden. 

 

Modul selbst bauen:

1. Holunder-Stängel

Markhaltige Stängel wie von Holunder- oder Brombeerzweigen lieben Bienen. Das Mark lässt sich auch einem Bohrer oder starken Draht entfernen. Markreste gut ausklopfen. Die Nestgänge dürfen aber nicht durchgehend sein.

2. Gänge 3 bis 9 mm

Stängel unterschiedlicher Größe, bei denen der Knoten als Nistbegrenzung nach hinten gesteckt wird, gehört zu den sichersten Methoden. Unbehandelte Schilfmatten mit einer scharfen Rebschere schneiden und zu Rollen formen.

3. Bambus

Wildbienen mögen keine zerquetschten, nicht sauber ausgehöhlt oder franselig geschnitten Bambusröhren oder Schilfhalme. Sie müssen glatt und sauber geschnitten und Bambus mit Sandpapier abgeschliffen sein. In Bündeln fixieren.


C) Sandbienen-Modul

Dieses Modul ist vor allem für Sand- und Furchenbienen geeignet. Es sollte möglichst weit unten an der Wildbienensäule befestigt werden. Das Sand-/Löss-Lehm-Gemisch hält je nach Witterung nur wenige Jahre und muss daher öfters erneuert werden.

 

Modul Selbst bauen:

1. Blumentöpfe

Hierzu benötigt man runde oder eckige Blumentöpfe ca. 9cm. Alternativ lassen sich auch kleine eckige Blumenkästen oder leere Eisverpackungen benutzen. Eine Schraube durch die Topfwand erhöht  die Stabilität. Die Topfunterseite an die Rückseite im unteren Bereich des Modultägers schrauben.

2. Sand-Lehmgemisch

Die Blumentöpfe mit einem Sand-/Löss-Lehmgemisch füllen und andrücken. Ein Teil Gartenlehm (kein Ton!) mit einem Teil Löss oder 1 Teil Lehmpulver mit 4 Teile Sand und etwas Wasser mischen. Gut andrücken. Mit einem Bohrer ca. 1 cm tiefe Löcher in die feuchte Oberfläche drücken.

3. Gut abbinden lassen

Das Gemisch in den Töpfen sollte mind. 48 Stunden abbinden und etwas antrocknen bevor es aufgestellt wird. Sonst besteht die Gefahr, dass es herausbröselt. Die Oberfläche sollte sich leicht abkratzen lassen, dann ist das Gemisch richtig. Mit der Zeit tritt eine leichte Verwitterung ein.


Weitere Infos im Shop:

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