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Die Stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens) - eine Bauchsammlerin

Die Stahlblaue Mauerbiene lässt sich am besten auf Lippen- oder Schmetterlingsblütlern beobachten. Ganz nach dem Motto ‘Gegensätze ziehen sich an’ sehen sich Weibchen und Männchen dieser Wildbienenart alles andere als ähnlich.

Weibchen
Das Weibchen der Stahlblauen Mauerbiene. Foto: CC BY-SA 3.0, spacebirdy.

Bläulich schwarz glänzt der Thorax des Weibchens, ihr Körper ist mit einem zarten weißgrauen Pelz überzogen. Das Männchen hat einen bronzefarbenen Körper mit vollem, rotbraunen Pelz. Aus dem dicken Kopf leuchten grüne Facettenaugen. Kaum zu glauben, dass es sich bei Männchen und Weibchen um dieselbe Art handelt: die Stahlblaue Mauerbiene. Mit bis zu 10 Millimeter Größe zählt sie zu den kleineren Wildbienen. Die Stahlblaue Mauerbiene ist eine solitär lebende Bauchsammlerin. “Das bedeutet, dass sie ihren Pollen nicht wie viele andere Arten an den Hinterbeinen sammelt, sondern an einer Bürste an ihrem Bauch”, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.


 Besonders gern sammelt sie Pollen und Nektar von Lippenblütlern wie dem Feld-Thymian oder dem Echten Herzgespann. Aber auch Schmetterlingsblütler wie der Hornklee oder die Saat-Esparsette fliegt sie regelmäßig an. Die Stahlblaue Mauerbiene ist europaweit verbreitet. In Deutschland summt sie vor allem in Wäldern, Parks und Streuobstwiesen umher. “Sie lässt sich gut an Sträuchern und Bäumen beobachten”, betont Bourgeois. Pro Jahr gibt es bis zu zwei Generationen dieser Art - mit einer gesamten Flugzeit von April bis in den Spätsommer. „Bei einem warmen Spätsommer sind vereinzelte Bienen sogar bis in den Oktober auf Nahrungssuche unterwegs“, erklärt Bourgeois. 

Männchen
Männchen der Stahlblauen Mauerbiene. Foto: CC BY-SA 4.0, Ephramac

Für den Nachwuchs nistet sich diese Wildbiene in geeigneten Hohlräumen aus Totholz ein, aber auch in Lehmwänden, Pflanzenstängeln oder Gestein findet sie Nistplätze. “Wie andere Mauerbienenarten kommt die Stahlblaue Mauerbiene auch gut in mit menschengemachten Nisthilfen zurecht”, ergänzt der Bienenretter. Diese sollten sich jedoch in der Nähe von Blühpflanzen oder Laubbäumen befinden. Diese braucht die fleißige Wildbiene nämlich, um einen Pflanzenmörtel für die Zwischenwände und den Verschluss des Nests herzustellen. So schwer Weibchen und Männchen dieser Art auch zu erkennen sind - der typisch grüne Nest-Verschluss ist bezeichnend für die Stahlblaue Mauerbiene. Im Garten kannst du der Wildbiene Nistplätze wie Baumstrünke, abgestorbene Äste und Brombeerranken in einer wilden Ecke oder eine Trockenmauer anbieten. Die Blühmischung ‘Lass deinen Ort aufblühen!’ enthält zahlreiche Nahrungspflanzen für diese Wildbienenart. In unmittelbarer Nähe ausgesät, entsteht so gleichzeitig ein Nahrungsraum, was die Chance einer Ansiedlung der Stahlblauen Mauerbiene in deinem Garten erhöht.

Fazit: Woran erkennst du eine Stahlblaue Mauerbiene?

  • bis zu 10 Millimeter groß
  • Weibchen blau-schwarzer Körper mit leichter Behaarung
  • Männchen bronzefarbener Körper mit grünem Stich
  • Bauchsammlerin
  • verschließt Nester mit grünem Pflanzenmörtel

 Text: Elisa Kautzky


Zur Biene des Monats: einmal im Monat stellen wir eine (Wild)-Bienenart vor. Vielleicht ist dir sogar mal so eine begegnet?