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Was machen (Wild-)Bienen im Winter?

Die Temperaturen sinken, Mensch und Tier bereiten sich auf den Winter vor. Doch was machen eigentlich Wild- und Honigbienen über den Winter?

Igel suchen sich bereits im Herbst einen Laubhaufen, in dem sie ihren Winterschlaf abhalten können. Andere Tiere wie Eichhörnchen halten über die kalten Monate Winterruhe, viele Insekten verbringen den Winter in der Winterstarre. Doch was machen Bienen im Winter?

Frost auf Pflanze
Frost auf Pflanzen. Foto: Michaela

Je nach Bienenart, gibt es ganz unterschiedliche Überwinterungsstrategien. „Zuerst sollte man unterscheiden, ob es sich um eine Hummel, eine Wildbiene oder eine Honigbiene handelt“, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.

Da Honigbienen zu den wechselwarmen Tieren zählen, halten sie keinen Winterschlaf – das gilt nur für gleichwarme Tiere wie Säugetiere. Der Stoffwechsel fährt zwar herunter, dennoch fliegen die Bienen ab und zu noch heraus – so wie Eichhörnchen im Winter vereinzelt auch nochmal unterwegs sind. „Eine Biene im Winter zu sehen, ist also nichts Ungewöhnliches“, sagt Bourgeois.

In einem Honigbienenstock leben in der Regel mehrjährige Völker. Hierbei unterscheidet man zwischen Bienen, die im Sommer, und Bienen, die im Winter arbeiten – die sogenannten Sommer- und Winterbienen. Sommerbienen schlüpfen in der ersten Jahreshälfte, Winterbienen im Herbst. Während die Sommerbienen nur wenige Wochen alt werden, überleben die Winterbienen – wie es der Name sagt – den Winter. „Die Winterbienen leben länger als Sommerbienen, dafür ist das Volk viel kleiner als im Sommer“, so Bourgeois. Der Bienenstock fährt nun seine Aktivität herunter.

Bienenstöcke im Schnee
Schneebedeckte Bienenstöcke. Foto: Emilian Robert Vicol auf Pixabay

„Durch Muskelbewegung werden die Brummer zu ihrer eigenen Heizung – bis zu 25 Grad können sie im Bienenstock erzeugen“, sagt Bourgeois. Die entstandene Wärme wird konserviert, indem sich die Honigbienen eng zusammenkuscheln. Der Bienenstock geht in den Energiesparmodus. Die Königin befindet sich in der Mitte, um besonders vor der Kälte geschützt zu sein. „Das ist die sogenannte Wintertraube“, erklärt der Bienenretter.

Wenn möglich, wird der Stock jetzt nicht mehr verlassen. Warum auch – draußen ist es kalt, die Blumen sind verblüht, drinnen gibt es einen Vorrat an Pollen, Nektar und Honig, den die fleißigen Bienen das Jahr über gesammelt und hergestellt haben. „Manche Imker, die den Bienen viel Honig entnommen haben, stellen den Bienen für den Winter Zuckerwasser zur Verfügung. Wirklich gesund ist das für die Brummer nicht“, betont Bourgeois.


Und wie überwintern Wildbienen?

Wildbienen nisten unterirdisch im Boden oder auch oberirdisch zum Beispiel in Totholz, Pflanzenstängeln oder Schneckenhäusern. Im Nest sind die Bienen vor winterlichen Temperaturen geschützt und leben von ihren Vorräten.

Wildbiene
Wildbiene beim Nisten. Foto: Roland Steinmann auf Pixabay

Manche Wildbienenarten leben nur ein Jahr lang. Dann sterben die erwachsenen Bienen im Herbst, nachdem das Nest gebaut und der Vorrat für den Nachwuchs angelegt ist. Überwintern tun dann nur die Eier und Larven, die sich in eine Winterstarre begeben. Im Frühjahr schlüpfen dann die ausgewachsenen Bienen und der Kreislauf beginnt von neu. „Manche Wildbienenarten nisten und überwintern aber auch in Kommunen“, erklärt Bourgeois.

Wie überwintern Hummeln?

Hummeln überwintern in der Regel unterirdisch. Auch diese Brummer leben ein Jahr: Im Herbst stirbt das Volk, nur die Jungköniginnen überleben und suchen nach einem Winterquartier. Dort verbringen sie den Winter, bevor sie im Frühjahr ihr neues Volk gründen.

Artikel: Elisa Kautzky