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Na, wer bist denn du? Die Schmuckbiene ( Epeoloides coecutiens)

Diese Wildbiene ist eine ganz schicke Bestäuberin : die Schmuckbiene. Für uns Bienenretter sind natürlich alle Bienen wahre Schönheiten. Manche Bienenfans würden jedoch sagen, dass diese besonders schön anzusehen ist.

Schmuckbiene
Foto: Dick Belgers, Waarneming.nl, CC BY 3.0.

Weltweit gibt es nur zwei Arten von Schmuckbienen, eine davon könnt ihr auch in Deutschland antreffen: Die Epeoloides coecutiens. Die andere Art ist in Nordamerika verbreitet.

Wie sieht die Schmuckbiene aus?

Die Schmuckbiene wird bis zu 10 Millimeter groß, ist also mittelgroß - fällt einem aber direkt auf. Sie tragen einen schwarz-roten Pelz am Hinterleib sowie weiße Flecken, die Männchen türkisblaue Augen. Als Parasiten brauchen sie keine Haarbürsten zum Pollen sammeln. „Der Körper hat eine ganz feine Behaarung und glänzt leicht - wie ein   wertvolles Schmuckstück“, sagt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.

Wann fliegen Schmuckbienen?

Schmuckbienen sind zwischen Mitte Juli und Ende August unterwegs. Dann bestäuben sie fleißig Pflanzen, darunter auch Brombeeren und Sand-Thymian. „Schmuckbienen sind deshalb auch von landwirtschaftlichen Nutzen“, sagt Bourgeois. Vielleicht triffst du sie an einer Blüte des Gilbweiderichs?

Wie nistet die Schmuckbiene?

Die Schmuckbiene ist eine Kuckucksbiene, nistet also im Nistplatz einer anderen Bienenart, legt ihre Eier also in das Nest ihrer Wirtsbienen - in diesem Fall breite Lehmfugen oder Steinmauern. Dort schlüpfen die Eier. „Man könnte sagen, sie ist ein Brutparasit oder sogar Brutschmarotzer, weil sie in einem fremden Nistplatz brütet und sich die Arbeit spart“, sagt Bourgeois. Die Larven fressen dann die Eier oder Larven der Wirtsbiene und nehmen ihren Platz ein. Ganz ähnlich wie es der Kuckuck in der Vogelwelt macht.


Die Schmuckbiene ist außerdem eine Spezialistin, das heißt, sie hat sich auf einen Wirt spezialisiert: Schenkelbienen wie die Auen-Schenkelbiene. Und die fühlt sich eben in Steinmauern besonders wohl. Und sammelt vor allem Pollen des Gilbweiderichs. An Waldrändern, Mooren, sumpfen Flächen und Feuchtgebieten - also da, wo man den Gilbweiderich findet, begegnet man auch der Auen-Schenkelbiene und somit auch der Schmuckbiene.

Wie kann ich Schmuckbienen unterstützen?

Bislang kommt diese Wildbiene in Deutschland noch recht häufig vor. Damit das auch weiterhin so bleibt - immerhin ist es die einzige Schmuckbienenart in Europa - kannst du einiges tun, um sie zu unterstützen.

Schmuckbienen leben in Feuchtgebieten und Auenwäldern. Indem wir diese Räume schützen, schützen wir auch Schmuckbienen. Als Kuckucksbiene ist sie abhängig von Schenkelbienen - wenn ihr Wirt ausstirbt, kann sich auch die Schmuckbiene nicht weiter fortpflanzen. Heißt: Indem wir Schenkelbienen unterstützen, schützen wir auch Schmuckbienen.

Da sie auf Gilbweiderich-Pflanzen spezialisiert sind, kannst du in deinem Garten ein eigenes feuchtes Biotop anlegen, mit Gilbweiderich und anderen bienenfreundlichen Pflanzen. Auch andere Tiere und Insekten werden es dir danken. 

 

Außerdem kannst du versuchen, nur noch torffreie Erde zu kaufen, da der Abbau von Torf zum Sterben der Moore beiträgt. 

Fazit: Woran erkennst du eine Schmuckbiene?

  • bis zu 10 Millimeter groß, schwarz-rot und glänzend
  • Kuckucksbiene
  • auf Gilbweiderich spezialisiert

 Text: Elisa Kautzky


Zur Biene des Monats: einmal im Monat stellen wir eine (Wild)-Bienenart vor. Vielleicht ist dir sogar mal so eine begegnet?