Die Pimpinelle (auch Kleiner Wiesenknopf genannt) gehört zu den sieben Kräutern der Frankfurter Grünen Soße. Und auch Bienen stehen auf die zarten Blüten – weit über Frankfurt hinaus.

Herb, erfrischend, nussähnlich, leicht gurkenartig – so schmeckt die Pimpinelle (Sanguisorba minor). Das Kraut, das auch als Kleiner Wiesenknopf bekannt ist, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Rosengewächse.
Außerdem gehört sie zu den sieben Kräutern der berühmten Frankfurter Grünen Soße. Die „Grie Soß” wird in Frankfurt am Main traditionell am Gründonnerstag gegessen. Auch für Salate, Kräuterbutter, Quark oder Suppen - und außerhalb der Mainmetropole - eignet sich das Würzkraut.
Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Deutschland liegt im Oberrheingraben und dem Saarpfälzer Bergland im Südwesten sowie in den unterbayerischen Hügel- und Plattenlandschaften im Süden und Südosten. Seit Jahrhunderten kommt die Pimpinelle jedoch in ganz Mitteleuropa vor und wurde früh kultiviert und in Gärten gezogen – weshalb sie schließlich in der Grünen Soße landete. Auch in der Hamburger Aalsuppe ist sie fester Bestandteil.

Ist die Pimpinelle bienenfreundlich?

Doch nicht nur Küchenfans lieben das würzige Grün: Auch Bienen fliegen auf die Pimpinelle. Die heimische Pflanze ist sehr bienenfreundlich, sowohl der Nektar- als auch der Pollenwert liegt bei 2. Zudem blüht sie mindestens vier Monate lang und bietet so den Bestäubern genügend Zeit, sich auf den Winter vorzubereiten. Wir empfehlen die Pimpinelle für eine Bienenweide, sie ist auch in der Bienenretter-Blühmischung enthalten.
Wann blüht die Pimpinelle?
Die Blütezeit der Pflanze liegt zwischen Frühling und Spätherbst. „Je nach Temperaturen liegt die Blütezeit zwischen Mai und August, manchmal sogar bis September hinein”, sagt Christian Bourgeois, Initiator von Bienenretter.
Pimpinelle oder Pimpernelle?
Die Pimpinelle lässt sich leicht verwechseln mit der Pimpinella, auch als Bibernelle bekannt. Diese Pflanze gehört zu einer anderen Familie, nämlich der Doldenblütler. Die Bibernelle, auch wenn ihr lateinischer Name Pimpinella lautet, ist auch kein Teil der Grünen Soße. Während die Blätter der beiden Pflanzen sich ähnlich sehen, kannst du die Pflanzen an ihren Blüten gut unterscheiden.
Die Bibernelle hat doppeldoldige, weiße Blütenstände (also viele kleine weiße Blütchen, wie kleine Schirme nebeneinander angeordnet), während die Pimpinelle dichte, kugelige bis ovale Blütenköpfchen hat, also keine Dolden sondern kompakte Blüten mit abstehenden Staubfäden. Die Einzelblüten sind grünlich, rosa bis kaminrot.
Wie pflanze ich die Pimpinelle?
Die heimische Pflanze kannst du auch einfach in deinem Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr so früh wie möglich - in der Regal zwischen Ende Februar und Anfang April. Als Lichtkeimer sollte sie nicht zu tief in die Erde gedrückt werden. Es eignen sich Beete im Garten oder tiefe Töpfe, da sie lange Wurzeln bilden.
Die Pimpinelle bevorzugt sonnige bis halbschattige, gut durchlässige Böden. Sie ist relativ anspruchslos, sollte also auch nicht überdüngt werden. Im Gegenteil, bevorzugt sie einen mageren Standort. Die Pflanze sollte regelmäßig gegossen werden, Staunässe vermeiden. Das Würzkraut ist vergleichsweise pflegeleicht und winterstabil, sobald sie sich einmal etabliert hat. „In Regionen mit starkem Frost oder Staunässe empfehlen wir, die Pflanze mit einer leichten Abdeckung zu schützen”, sagt Bourgeois. Die Ernte findet vor der Blütezeit statt. Die Pimpinelle sollte in der Küche ausschließlich frisch verwendet werden.
Text: Elisa Kautzky
Zur Pflanze des Monats: Jeden Monat stellen wir euch eine Blühpflanze vor, die typisch für die Zeit ist und von der ihr vielleicht gar nicht wusstet, wie viel sie - gerade Insekten - zu bieten hat.



