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Ein Hauch von Vorfrühling

Noch ist es allgemein recht eisig in Deutschland, doch in den kommenden Wochen könnte sich das Wetter mildern – die Zeichen für einen Hauch von Vorfrühling mehren sich.

Hasel
Biene an der Hasel. Foto: Pixabay

Seit jeher versuchen Menschen zu Beginn des Jahres, den Winter symbolisch zu vertreiben. Fasching, Fastnacht oder Karneval haben regional eine lange Tradition. Masken und laute Instrumente sollten dabei einst den Winter „verschrecken“. All diesen Bräuchen gemeinsam ist die Hoffnung auf Neubeginn: auf ein gutes Frühjahr und eine reiche Ernte. 

Auch die Natur bereitet sich derzeit auf das Ende des Winters vor – allerdings ohne Kamelle oder Fastnachtsumzug. Der Vorfrühling beginnt.

Was ist der Vorfrühling?

Frühlingsblumen
Foto: Pixabay

 Der Vorfrühling ist die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling – erkennbar an länger werdenden Tagen und den ersten Blüten. Schneeglöckchen, Krokusse und Hasel erscheinen, Erle und Weide treiben aus, die Vegetation erwacht allmählich. An milden Tagen werden auch die ersten Bienen aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Sobald die Böden abgetrocknet sind, beginnt zudem in der Landwirtschaft wieder die Feldarbeit. Es ist die Zeit, in der auch wir Menschen wieder aufatmen, mehr nach draußen gehen und Energie tanken.


Wann beginnt der Vorfrühling 2026?

Einen festen Termin gibt es nicht, das ändert sich jedes Jahr. Der Vorfrühling wird vor allem phänologisch, also anhand von Naturbeobachtungen, bestimmt. Als sogenannte Anzeigerpflanzen gelten etwa Schneeglöckchen und Hasel.

Im vieljährigen Mittel beginnt der Vorfrühling des Phänologischen Kalenders in Deutschland um den 9. Februar und endet um 24. März. Nach Winter und Hochsommer ist der Vorfrühling mit durchschnittlich 43 Tagen die längste Phänologische Jahreszeit. Der astronomische Frühlingsbeginn fällt dagegen auf die Tag-und-Nacht-Gleiche um den 21. März. In höheren Lagen kann sich der Winter dennoch bis in den April oder Mai halten.

2026 setzte der Vorfrühling ungewöhnlich früh ein: Nach vorläufigen Daten lag das Mittel des phänologischen Beginns bereits am 31. Januar, ausgelöst durch die Haselnussblüte. “Der ungewöhnlich frühe Beginn des Vorfrühlings steht im Zusammenhang mit steigenden Temperaturen. Durch die Erderwärmung verschieben sich die Jahreszeiten: In Mitteleuropa beginnen Frühling, Sommer und Herbst im langjährigen Trend immer früher, während die Winter kürzer werden”, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.

Phänologische Beobachtungen zeigen seit Jahrzehnten, dass viele Pflanzen - etwa Hasel oder Schneeglöckchen - früher blühen als noch in der Vergangenheit. Mildere Winter und wärmere Perioden zu Jahresbeginn begünstigen diesen verfrühten Vegetationsstart. Für die Bienen ist das ein Problem: frühe Blüten können durch plötzliche Kälteeinbrüche wieder erfrieren - dann fehlt Nahrung. Wenn die Sommer gleichzeitig immer heißer werden, bleibt den Bestäubern insgesamt eine kürzere Phase, in der sie Nahrung sammeln können.

 

Artikel: Elisa Kautzky