Die Gemeine Hasel, besser bekannt als Haselnussstrauch, gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie ist eine der ersten Pollenquellen des Jahres und damit früh eine wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber.

Die gelblichen männlichen Blütenkätzchen blühen laut Deutschem Wetterdienst häufig bereits ab Ende Januar und leiten damit den phänologischen Vorfrühling ein. In der Phänologie, die den Jahreslauf anhand von Naturbeobachtungen beschreibt, gibt es nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten - darunter den Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling. Der Beginn des Vorfrühlings wird unter anderem an der Blüte der Hasel als sogenannter Anzeigerpflanze festgemacht.
Bekannt sind vor allem die Haselnüsse, also die Früchte, die seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt werden. Nach der letzten Eiszeit war die Hasel in Mitteleuropa zeitweise stark verbreitet, bevor sie zunehmend von Eichenmischwäldern verdrängt wurde.
Achtung: Die Baum-Hasel (Corylus colurna) wächst als einstämmiger Baum, trägt ebenfalls essbare Nüsse, gilt aber nicht als klassischer phänologischer Zeiger.
Wie erkenne ich die Gemeine Hasel?
Die Hasel wächst meist mehrstämmig als Strauch und wird bis zu sechs Meter hoch. Die Blätter sind hellgrün, rundlich bis breit-oval und besitzen eine kurze Spitze sowie einen gesägten Rand. „Bei milderer Witterung auch schon im Januar oder sogar Dezember”, betont Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative. Das liegt an den oft milden Wintern.
An einem Strauch befinden sich männliche und weibliche Blüten. Die männlichen sind grünlich-gelb, hängen in langen Kätzchen und erscheinen meist schon vor den weiblichen. Die weiblichen Blüten sind eher unscheinbar, sichtbar sind vor allem ihre dunkelroten Narben. Nektar produzieren sie nicht.
Wo wachsen Haselnusssträucher?
Die Gemeine Hasel ist in Europa und Teilen Westasiens heimisch. Sie wächst in lichten Wäldern, an Waldrändern, Bachufern und in Feldhecken. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche, humose Böden und ausreichend Licht. “Sehr saure, stark verdichtete oder dauerhaft nasse Standorte meidet sie”, sagt Bourgeois. In den Alpen kommt sie bis in Höhen von etwa 1.700 bis 1.800 Metern vor.

Wie bienenfreundlich ist die Hasel?
Die Gemeine Hasel ist ein wahrer Bienenfreund. Zwar wird sie in der Regel vom Wind bestäubt - dennoch sammeln Bienen eifrig ihren Pollen. “Die männlichen Haselkätzchen sind besonders pollenreich und zählen zu den wichtigsten frühen Pollenquellen des Jahres”, sagt Bourgeois. Die weiblichen Blüten hingegen bieten weder Nektar noch Pollen und sind für Insekten kaum attraktiv.
Dass die Blütezeit der Hasel durch die milden Winter in den letzten Jahren immer früher beginnt, ist ein Problem für die Bienen: “Sind Bestäuber zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv, begeben sie sich in Gefahr. Denn kommt es zu Spätfrost, sind die Blüten geschlossen und dann fehlt ihnen das Benzin für den Rückflug”, sagt Bourgeois.
Nach der Winterruhe benötigen Honigbienen hochwertige Nahrung, um die erste Brut aufzuziehen. Die Haselnuss liefert in großen Mengen frischen Pollen (Eiweiß), wenn kaum andere Blüten verfügbar sind. Die Pollenaufnahme fördert die Anlage des Brutnestes im Honigbienenvolk, was für eine starke Volksentwicklung im kritischen Frühjahr essenziell ist.
Wo kann man Hasel pflanzen?
Wer Hasel im Garten pflanzt, sollte auf einen geschützten Standort achten, da die frühe Blüte frostempfindlich sein kann. Übrigens: Wer gegen die Pollen der Hasel allergisch ist, kann auf die Sal-Weide (Salix caprea) ausweichen. Sie ist selten allergisch, da insektenblütig und somit nur wenig Pollen in der Luft ist.
Text: Elisa Kautzky
Zur Pflanze des Monats: Jeden Monat stellen wir euch eine Blühpflanze vor, die typisch für die Zeit ist und von der ihr vielleicht gar nicht wusstet, wie viel sie - gerade Insekten - zu bieten hat.



