Die schimmernden Schneeglöckchen haben uns den Vorfrühling und den Bienen wertvolle Nahrung gebracht. Honigbienen und Schmetterlinge stehen besonders auf die feinen weißen Blüten.

“Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?” Das Kleine Schneeglöckchen ist jedes Jahr eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen. Wir Menschen erfreuen uns an seiner Schönheit.
Der botanische Name Galanthus stammt aus dem Griechischen: „gala“ bedeutet Milch, „anthos“ Blüte. Das milchweiße Schneeglöckchen gehört zur Klasse der Geophyten – also Pflanzen, die ihre Speicherorgane unter der Erde bilden.
Wo wächst das Schneeglöckchen?
Außerhalb von Gärten wächst der weiße Frühlingsbote häufig an Waldrändern und auf Lichtungen. Er bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen, feuchten Standort und kann dort bis zu 30 Zentimeter hoch werden.
Wann blüht das Schneeglöckchen?
Das Schneeglöckchen blüht in der Regel ab Februar. Als Zeigerpflanze markiert seine Blüte im phänologischen Kalender den Vorfrühling. Nicht etwa die Lufttemperatur bringt es zum Blühen, sondern die Wärme des Bodens.
Ist das Schneeglöckchen insektenfreundlich?
Ja, das Schneeglöckchen ist ein wahrer Hit unter den Insekten. Mit seinem zarten Duft lockt der Frühlingsbote bis in den März ausgehungerte Insekten an. Durch die starke UV-Reflexionen der Blütenblätter hebt sich die Pflanze selbst im weißen Schnee für Blütenbesucher ab.
Auch Ameisen profitieren von der Pflanze, genauer gesagt von dem sogenannten Elaiosom, einem Anhängsel an den Samen. “Das lockt die Ameisen an, damit sie es verbreiten”, erklärt Christian Bourgeois, Initiator der Bienenretter-Initiative.
Ist das Schneeglöckchen winterhart?
Das Frühlingsglöckchen besitzt einen eigenen Frostschutz: “An den glockenförmigen Blütenblättern gleitet Schnee leicht ab”, erklärt Bourgeois. Gleichzeitig bildet die Pflanze in ihren Zellen eine Schutzlösung aus Aminosäuren und Zucker, die verhindert, dass das Wasser gefriert – ähnlich wie ein Frostschutzmittel im Auto.
Wie unterscheide ich Schneeglöckchen von Bärlauch?


Schneeglöckchen und Bärlauch können im frühen Frühling leicht verwechselt werden, weil ihre Blätter ähnlich aussehen. Der einfachste Trick: An den Blättern riechen. “Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch, wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt, Schneeglöckchen riechen kaum oder gar nicht nach Knoblauch”, sagt Bourgeois.
Schneeglöckchen blühen zudem bereits früh im Jahr, während der Bärlauch erst später blüht. Bärlauch wächst zudem häufig in großen Teppichen in feuchten Laubwäldern, Schneeglöckchen findet man eher in Gärten, Parks oder an Waldrändern.
Wie pflanze ich das Schneeglöckchen?
Eingepflanzt werden die Zwiebeln des Schneeglöckchens im Herbst. “Grundsätzlich sollte man beim Setzen von jeder Art von Zwiebeln Handschuhe zum Eigenschutz tragen und zusammen mit Kindern nur unter Aufsicht pflanzen”, betont Bourgeois. Nach dem Einsetzen immer gründlich die Hände waschen.
Anspruchsvoll ist das Schneeglöckchen ansonsten nicht - es kann sich selbst mit dem Wasser von geschmolzenem Schnee versorgen. Da zum Jahresbeginn kaum andere Pflanzen blühen, ist das Schneeglöckchen konkurrenzschwach. So kann es in aller Ruhe genügend Sonnenlicht einfangen, bevor andere Pflanzen austreiben und den Bestäubern als Nahrungsquelle dienen.
Text: Elisa Kautzky
Zur Pflanze des Monats: Jeden Monat stellen wir euch eine Blühpflanze vor, die typisch für die Zeit ist und von der ihr vielleicht gar nicht wusstet, wie viel sie - gerade Insekten - zu bieten hat.



